Kudelski wird Präsident von Innosuisse

André Kudelski am World Economic Forum in Davos, 2013. Quelle: WEF
Der Bundesrat hat André Kudelski zum Präsidenten der Innosuisse (ehemals KTI) ernannt. Zum VR gehören weitere sechs Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft.
 
André Kudelski wird Präsident der Förderagentur Innosuisse, der Nachfolgeorganisation der Kommission für Technologie und Innovation KTI. Das hat der Bundesrat heute entschieden. Der 56-Jährige will bei der Innovationsförderung einen Fokus auf die KMU legen, sagte er an einer Pressekonferenz. Innosuisse solle als "Katalysator" dienen. Wichtig seien nicht nur neue Ideen, sondern auch angemessene Geschäftsmodelle und der Schutz von geistigem Eigentum. Erfindungen müssten besser geschützt werden, um im internationalen Wettbewerb zu bestehen, sagte Kudelski vor den Medien. Und die beste Idee nütze nichts, wenn das Geschäftsmodell dazu nicht gut genug sei, um sie auf dem globalisierten Markt durchzubringen.
 
Neben dem Chef des gleichnamigen Technologieunternehmens sitzen sechs weitere Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft im Verwaltungsrat. Dabei handelt es sich um den Computerwissenschaftler und EPFL-Professor Edouard Bugnion, Martina Hirayama, Direktorin der School of Engineering der ZHAW Winterthur, den Immaterialgüterrechts-Experten Thierry Calame, PerioC-Chefin Trudi Haemmerli, Nicola Thibaudeau, Chefin der Bieler Micro Precision System und dem CS-Investmentbanker Marco Illy.
 
Hirayama und Haemmerli sind schon heute Mitglieder der Kommission für Technologie und Innovation (KTI), die durch Innosuisse abgelöst wird. Es handelt sich um eine neue öffentlich-rechtliche Anstalt mit dem Auftrag, die Unternehmen gezielt in der Innovation zu unterstützen.
 
Wirtschaft und Wissenschaft sollen zusammenrücken
Alle VR-Mitglieder wurden vom Bundesrat gewählt. Die Wahl des Bundesrats sei auf der Grundlage eines Anforderungsprofils erfolgt, das das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung angelegt hat. Diese Zusammensetzung des Verwaltungsrats gewährleiste eine enge Verknüpfung von Wissenschaft und Wirtschaft. Die Mitglieder des Gremiums seien mit dem Innovationsmanagement und den Herausforderungen der Innovationsförderung vertraut. Beispielsweise war Hämmerli als Head of Research Operations und Leiterin Regulatory CMC (Chemistry, Manufacturing and Controls) bei Novartis tätig und ist auch als Business Angel aktiv.
 
Innosuisse startet 2018
Innosuisse nimmt den Betrieb 2018 auf. Bis dahin muss der neu gewählte Verwaltungsrat die Anstalt startklar machen. Innosuisse besteht aus vier Organen. Der siebenköpfige Verwaltungsrat ist die oberste Instanz und trägt die Verantwortung für die Umsetzung der strategischen Ziele. Der Erlass des Organisationsreglements und der Verordnungen der Innosuisse, das Mehrjahresprogramm und das Budget. Daneben beaufsichtigt er die Geschäftsleitung und den Innovationsrat. Die Geschäftsleitung ist verantwortlich für die Administration und somit auch Anlaufstelle für alle Förderungsgesuche. Diese werden schliesslich vom Innovationsrat als zentrales Fachorgan evaluiert.
 
Heute unterstützt die KTI insbesondere Forschungs- und Entwicklungsprojekte zwischen Hochschulen und Unternehmen, Jungunternehmer und Startups. 2015 beliefen sich die gesprochenen Förderbeiträge auf 204,4 Millionen Franken. Als öffentlich-rechtliche Agentur mit einer neuen Struktur soll Innosuisse diese Aufgabe besser wahrnehmen können. In den Jahren 2017 bis 2020 steht ihr rund 950 Millionen Franken zur Verfügung. (kjo/sda)