Microsoft war "zu aggressiv" mit Win 10

Dieses Fenster sahen Windows-7- und 8-Nutzer letztes Jahr häufig.
Microsoft hat Windows 10 massiv gepusht. Windows-7- und -8-Nutzer nervten sich über die Popups, die einen ständig daran erinnerten, jetzt endlich Windows 10 zu installieren. Anderen wiederum wurde das neuste Betriebssystem der Redmonder gar ungefragt auf den Computer gespielt. Microsofts Marketing-Chef Chris Capossela hat sich nun in einem Podcast das "zu aggressive" Vorgehen entschuldigt.
 
Welches denn sein Tiefpunkt im vergangenen Jahr war, wurde Capossela im Podcast 'Windows Weekly' gefragt. Er sagte, dass aus Marketing- und Branding-Sicht die "hinterhältigen Popups" ein grosser Fehler waren. Wer etwa das Popup-Fenster, um das Upgrade zeitlich festzulegen, mit dem roten X in der oberen rechten Ecke wegklickte, dem wurde dennoch ein Termin für das Upgrade gegeben.
 
"Aus Security-Perspektive wollten wir, dass möglichst viele Nutzer auf das neue Windows upgraden", so Capossela. Aber es sei nicht immer einfach, die richtige Balance zu finden und nicht zu aggressiv zu werden. Meistens hätte es Microsoft richtig gemacht, aber in diesem Moment sei man zu weit gegangen. "Normalerweise heisst das rote X, dass man etwas abbricht. Aber in dieser Situation hiess es eben nicht abbrechen", sagte er weiter.
 
Innert weniger Stunden habe man gemerkt, dass man zu weit ging. Doch bis ein entsprechendes Update ausgerollt war, ging es zwei Wochen. "Diese zwei Wochen waren ziemlich schmerzhaft", gestand Capossela ein. Laut 'The Register' ging es gar zwei Monate bis diese berüchtigten Popups verschwunden waren. (kjo)