Apple publiziert erstes Forschungs-Papier über KI

Hände sollen bessere Trainingspartner werden (Ausschnitt aus der Apple-Studie)
Apple pflegte seit dem Start von Siri 2011 die Philosophie der Verschwiegenheit auch in Sachen künstliche Intelligenz (KI). Ein wenig überrascht zeigte man sich deshalb, als der Konzern Anfangs Dezember ankündigte, man wolle den eigenen KI-Forschern nun erlauben, wissenschaftliche Studien von Apple zu publizieren.
 
Es hat nicht mal einen Monat gedauert, bis diese ihre Freiheit nutzten, um ein erstes Paper zu veröffentlichen. Diese Studie beschreibt laut dem Abstract eine Technik, wie man das Bilderkennungs-Training eines Algorithmus verbessern kann, indem computergenerierte Bilder anstatt realer Bilder eingesetzt werden.
 
Der Hintergrund: Im Machine Learning scheint es aktuell effizienter zu sein, neuronale Netze mit computergenerierten Bildern, beispielsweise aus einem Game, zu trainieren. Dies weil synthetische Bilddaten nicht "zu realistisch sind" und bereits gelabelt und kommentiert sind. Das Kategorisieren von realen Bildern ist aufwändig.
 
Mit diesem Vorgehen aber besteht die Gefahr, dass der Algorithmus mehr über computergenerierte Bilder lernt als über die Wirklichkeit, beziehungsweise das falsche lernt. Die im Apple-Paper beschriebene Forschung will diese Gefahr reduzieren.
 
Apple will bei KI aufholen
Diese neue Offenheit von Apple hat gute Gründe: man hat die eigenen wissenschaftlichen Fortschritte durch die Verschwiegenheit selbst verlangsamt und deshalb gegenüber Alphabet (Google Assistant) und Amazon (Alexa) an Boden verloren. Ausserdem könnte Apple Mühe gehabt haben, die besten KI-Forscher anzuziehen; diese legen Wert auf den öffentlichen wissenschaftlichen Diskurs in diesem relativ neuen und prestigeträchtigen Gebiet.
 
Die Publikation ist auch der erste sichtbare Einfluss des neuen KI-Direktors, Russ Salakhutdinov, der kürzlich von Carnegie Mellon zu Apple stiess. (Marcel Gamma)