Die grössten Cloud-Pannen 2016

Von A wie AWS bis V wie Verizon.
 
Pünktlich zum Jahresende haben unsere Kollegen von 'CRN' eine Liste der zehn grössten Cloud-Pannen des Jahres 2016 erstellt. Den Auftakt im Januar machte der US-Gigant Verizon. Wegen eines Stromausfalls, dessen Ursache nach wie vor unbekannt ist, waren die Server von Jet Blue Airways gestört. Flüge mussten gestrichen werden und die Passagiere waren gestrandet.
 
Office und Azure
Microsoft hat es 2016 gleich mehrere Male erwischt. Anfang Jahr gab es zwei Office-365-Störungen. Im Januar nannte Microsoft ein Software-Update als Ursache des Office-365-Ausfalls. Der erste Fix behob das Problem nicht. Die Nutzer hatten bis zu fünf Tage lang keinen Zugang zu ihren E-Mails. Andere Office-365-Produkte waren noch länger betroffen. Nur einen Monat später hatten Kunden in Europa Probleme, ihre E-Mails über das Smartphone abzurufen. Ausserdem kam es zu Verzögerungen bei den Web-Services. Laut Microsoft hatten beide Ausfälle zu tun mit einem starken Ressourcen-Verbrauch aufgrund von grosser Kundennachfrage.
 
Im September folgte ein Ausfall der Microsoft-Azure-Services in mehreren Regionen. Eine Fehlerhafte Netzwerkkonfiguration, die zu Problemen beim Zugriff auf Services über DNS, wurde von Microsoft als Ursache genannt. Laut 'CRN' kam es im September zu einem weiteren Azure-Ausfall, der aber nicht ganz so weitreichend war.
 
Im März folge ein Ausfall von Salesforce, der Kunden in Europa zehn Stunden lang beeinträchtigte. Die Ursache lag laut 'CRN' bei einem Speicher-Problem. Auch nachdem dieses behoben war, blieben einzelne Funktionen des CRM beeinträchtigt. Im Mai folgte eine zweite Salesforce-Störung, die mehrere Tage andauerte, die aber hauptsächlich Kunden in Nordamerika betraf.
 
Smart-Home-Geräte und IoT-Botnetz
Auch Google war 2016 nicht vor Pannen verschont. Ein Ausfall verursachte im April Störungen bei der Compute Engine und den VPN-Services in sämtlichen Regionen. Als Entschädigung erhielten Kunden Rabatte.
 
Die Smart-Home-Geräte von Google hatten im August zu kämpfen. Laut 'CRN'-Liste konnten sich die Google-Nest-Geräte nicht mehr verbinden. So konnten die Thermostaten oder Klimaanlagen nicht mehr mit dem Smartphone bedient werden. Auch wenn der Ausfall keine weitreichenden Folgen hatte, ist er beachtlich, denn er zeigte die Verletzlichkeit der Smart-Home-Technologie und -Geräte auf.
 
Im Juni 2016 gab es eine weitreichende Störung bei Apple, die zu Problemen im App Store, bei Apple TV, iTunes und dem Cloud-basierten Foto-Dienst führte.
 
Keine Liste, in der Cloud vorkommt, wäre komplett ohne Amazon. Ein Sturm in Sydney hat im Juni ein AWS-Rechenzentrum lahmgelegt, wovon eine Vielzahl von namhaften Kunden betroffen waren. Beeinträchtigt waren nicht nur Websites oder Pizza-Lieferanten, sondern auch kritische Dienste wie Banking-Services.
 
Ein Cyber-Angriff auf den amerikanischen Internet-Dienstleister Dyn im Oktober hatte weitreichende Folgen. Der Dyn-Ausfall beeinflusste auch Amazon Web Services. Diese konnten den Traffic über andere DNS-Provider umleiten. Vom Dyn-Ausfall waren ausserdem beliebte Seiten wie Twitter, Spotify oder Github betroffen. Wie Dyn mitteilte wurde der DDoS-Angriff mit Millionen von IoT-Geräten ausgeführt, die mit Schadsoftware infiziert waren. (kjo)