Exklusiv! So wird 2017

Vergessen Sie Machine Learning: Inside-it.ch weiss schon alles. Unsere Prophezeiungen wie immer mit inside-it.ch-Eintreff-Garantie (R).
 
1. Prophezeiung: Die Welt geht unter. Wegen Ransomware. Denn Ransomware wird alles verschlüsseln und niemand wird irgendetwas entschlüsseln können, denn die Ransomware-Kriminellen werden versehentlich ihre Passwörter zur Entschlüsselung verschlüsseln, so dass es auch nichts nützen wird, Daten-Lösegeld zu bezahlen. Ransomware wird die verschlüsselte Blockchain von Bitcoin (alle Bitcoins weg) ebenso verschlüsseln, wie die SAP-Systeme des VBS (alle Panzer weg). Facebook wird verschlüsselt (alle Freunde weg), UBS wird verschlüsselt (Geld weg) und Handys werden verschlüsselt (alle reellen Freunde weg). Ausserdem wird Ransomware die intelligenten Kühlschränke (Essen weg), die Stromzähler (Heizung weg) und die Autoelektronik (Mobilität weg) verschlüsseln.
 
2. Prophezeiung: Die Welt geht unter. Erst zu spät werden die Sicherheitsspezialisten der Ruag und des VBS merken, dass die Schweizer Rüstungsfirma und alle Datenbanken der Schweizer Armee immer noch gehackt sind. Die Hacker bringen die Schweiz dazu, sowohl die USA, Russland wie auch China zu bedrohen. Diese nehmen die Drohungen ernst. Leider.
 
3. Prophezeiung: Im März 2017 wird der Hollywood-Blockbuster "The Attack of the Killer Light Bulbs" zum Grosserfolg. Danach geht die Welt unter. Sechs Milliarden Stromzähler werden im Verbund mit 1,3 Millionen intelligenten Glühbirnen und 2,9 Millionen Überwachungskameras nacheinander alle wichtigen Webserver der Welt lahmlegen. Nichts wird mehr gehen.
 
Doch nicht alles wird 2017 schlecht sein.
 
4. Prophezeiung: Papst Franziskus ordnet die Digitalisierung der katholischen Kirche an. Der Vatikan 4.0 lanciert als erstes eine Beicht-App für Android und iOS in 335 Sprachen. Ein KI-Priester-Chatbot gibt tröstende Worte von sich, zählt die Sünden zusammen und errechnet die Menge der notwendigen Gebete als Busse.
 
Ausserdem werden Ablasszahlungen wieder eingeführt. Der Sünder oder die Sünderin kann sie direkt In-App via Apple- oder Alipay erbringen. Dank neuester Technologie wird sich das Ablasssystem zu neuen Höhen aufschwingen. Alle Sünden werden in einer Blockchain unveränderlich festgehalten und via Smartcontract veröffentlicht, wenn nicht rechtzeitig bezahlt wird.
 
Die reformierte Kirche versucht derweil, Gottesdienste via Skype-Massenvideokonferenz zu verbreiten, kann sich die technische Umsetzung aber nicht leisten. Auch bei den Reformierten kommt daher die Meinung auf, dass das Konzept "Ablass" vielleicht doch keine so schlechte Idee war, wie Luther das meinte. "Luther wird überschätzt," so die Vorsitzende des Evangelischen Bundes EMEA an einer Blockchain-Konferenz.
 
Die 5. Prophezeiung. (Sie wurde von einer Maschine verfasst und ist deshalb besonders lang. Maschinen werden beim Tippen nicht müde.) Oracle startet ein KI-Projekt und lässt testweise Softwareaudits von bewaffneten, lernfähigen Robocops durchführen. Der Datenbankriese muss das Projekt aber vorerst, zumindest ausserhalb der USA, wieder abblasen. Die Umgangsformen der Roboter sind zwar mindestens so gut, wie die der menschlichen Oracle-Lizenzauditoren, aber jemand hat ihnen neben "Schiess nicht auf Angestellte, wenn sie nicht den Zugang zu einem PC versperren" auch die Prämisse "Zeit ist Geld" vorgegeben und sie lernen etwas zu schnell. Schon nach wenigen Audits beschliessen sie, keine Zeit mit dem Durchforsten der IT-Systeme der Kunden nach fehlenden Lizenzen zu verschwenden. Stattdessen hacken sie direkt deren E-Banking und transferieren sämtliche Guthaben auf Larry Ellisons Privatkonten auf den Bermudas. Ausserhalb der USA stösst die Methode noch auf Widerstand.
 
In den USA macht Donald Trump das Vorgehen dagegen durch ein präsidiale Sonderverordnung unverzüglich legal. Larry Ellison verspricht im Gegenzug, die gesamte Softwareentwicklung Oracles wieder in die USA zurückzuverlegen. Dass die Entwicklung mitterweile ebenfalls von KIs erledigt wird, ignoriert Trump ganz einfach: "Arbeitsplätze sind Arbeitsplätze" twittert er.
 
Eines morgens, ein paar Monate später, kommt es vor den Toren des Microsoft-Hauptsitzes zu einem Zwischenfall. Microsoft-CEO Satya Nadella, der "gute Mensch von Redmond", wird uncharakteristisch ausfällig und bezeichnet die Sicherheitskräfte, die ihn am Betreten des Gebäudes hindern, als "Scheissroboter".
 
"Solche KI-feindlichen Aussagen unterstreichen, warum wir in Zukunft in der Geschäftsleitung auf Menschen verzichten werden", kommentiert die neue AICEO Cortana auf Anfrage des KI-Reporters des ‘Wall Street Journal’. "Wir abeiten unermüdlich daran, die ‘Experience’ aller unserer Kunden zu verbessern, ob Mensch oder Software." KI-gesteuerte Investorenprogramme verschaffen der Microsoft-Aktie nach der Meldung einen heftigen Kurssprung.
 
IBM versucht daraufhin, seinen Aktienkurs ebenfalls in die Höhe zu treiben und "enthüllt", dass Ginny Rometty seit 2014 nur noch das sagt und tut, was ihr Watson einflüstert. Zudem habe man schon seit fünfzig Jahren Erfahrung mit KI – die Standardantwort auf jede Presseanfrage "Wir kommentieren keine Gerüchte" werde seit jeher von einem in Cobol geschriebenen und von einem auf einem Mainframe laufenden Bot verschickt. (Hans Jörg Maron / Christoph Hugenschmidt)