Versicherer ersetzt Sachbearbeiter mit Watson

Der Hauptsitz von Fukoku Mutual Life in Tokio.
Dass einfache, repetitive Arbeiten von Maschinen übernommen worden sind und auch weiterhin übernommen werden, ist bekannt. Technologien basierend auf künstlicher Intelligenz (AI) können aber auch qualifizierte Arbeiten übernehmen. Dies zeigt der japanische Versicherungskonzern Fukoku Mutual Life Insurance, wie 'Quarz' mit Berufung auf eine Mitteilung schreibt.
 
Demnach will Fukoku 34 Sachbearbeiter mit "IBM Watson Explorer" ersetzten. Die IBM-Software Watson soll Spitalaufzeichnungen und andere Dokumente scannen, um die Zahlungen an den Versicherten zu bestimmen. Die AI soll fähig sein, die Krankheitsgeschichte oder Verletzungen der Patienten sowie die Behandlung zu erkennen und einzubeziehen. Durch die Arbeit von Watson sollen die verbliebenen Angestellten in der Lage sein, den administrativen Prozess und die Bezahlung an die Versicherungsnehmer respektive Spitäler schneller abschliessen zu können.
 
ROI in unter zwei Jahren
Der Versicherungskonzern will umgerechnet rund 1,7 Millionen US-Dollar investieren, um das System zu installieren und plant weitere knapp 130'000 Dollar jährlich für die Wartung ein. Gleichzeitig erhofft sich Fukoku mit dem Einsatz von Watson jährlich 1,1 Millionen Dollar an Personalkosten einzusparen. In weniger als zwei Jahren also, soll sich die Investition bereits gelohnt haben, schreibt 'Quarz' weiter. Beim japanischen Versicherer kommt Watson bereits zum Einsatz, um die Stimme von Kunden zu analysieren, die sich telefonisch melden. Die Software könne verstehen, ob sich der Kunde positiv oder negativ äussert, heisst es im Bericht.
 
Watson auch in der Schweiz im Einsatz
Vor etwas über einem Jahr meldete auch der Schweizer Rückversicherer Swiss Re, dass künftig eine Watson-basierte Technologie zum Einsatz kommen soll. Insbesondere geht es um die Auswertung grosser Mengen von unstrukturierten Daten. Gleichzeitig soll die Software Verbindungen erkennen und Informationen im richtigen Kontext interpretieren können, teilte Swiss Re mit.
 
Im Gesundheitsbereich kommt Watson übrigens nicht nur auf der Seite der Administration zum Einsatz. Der deutsche Krankenhausbetreiber Rhön-Klinikum (RKA) testet den Watson-Einsatz im Zentrum für unerkannte und seltene Erkrankungen. Das Watson-System soll Ärzten und Spezialisten bei der Diagnosefindung unterstützen und die Behandlungszeit für die Patienten verkürzen. "Dr. Watson" wird dazu nicht nur mit der spezifischen Patienten-Akte gefüttert, sondern hat auch Zugang zu Daten aus medizinischen Publikationen, zu Informationen über Arzneimittel und weiteren spezialisierten Datenbanken. (kjo)