Zurich im Kampf gegen das IT-Gestrüpp

Der Versicherungskonzern investiert 100 Millionen in die IT – um zu sparen.
 
Bereits im Oktober hatte Zurich an der "Investor Day Presentation 2016" verkündet, dass der Konzern die Betriebskosten um bis zu 700 Millionen Dollar reduzieren wolle. Bis 2019 sollen bei der IT-Infrastruktur bis zu 150 Millionen, bei den Applikationen bis zu 250 Millionen Dollar eingespart werden. In einem Interview mit der 'Sonntagzeitung' erklärte nun Joachim Masur, CEO von Zurich Schweiz, dass die Versicherung dieses Jahr rund 100 Millionen in die IT investieren werde.
 
Modernisierung und Einsparungen
Die Ausgaben seien nötig, um das veraltete IT-System auf Vordermann zu bringen. Auf Anfrage von inside-it.ch schreibt der Konzern allerdings, dass die Investitionen in die IT etwa auf demselben Niveau liegen würden wie die Jahre zuvor. Man fokussiere auf die Kernbereiche wie das Schadenmanagement oder die Applikationen für Firmenkunden im Leben-Bereich. Ein "wichtiger Bestandteil der Summe" würde zudem für Datenmanagement und Digitalisierung in kundennahen Bereichen eingesetzt.

Zurich habe in den letzten Jahren Schritte unternommen, um das Netzwerk auf einen Anbieter auszurichten. Auch eines der angestrebten strategischen RZ gebe es mittlerweile (siehe unten). Damit will das Unternehmen in den nächsten Jahren Kosten einsparen. Auch für technische Neuerungen – namentlich im Bereich Cloud und Big Data – sieht sich der Konzern damit gewappnet.
 
In den Medien wurde vor allem über Stellenkürzungen berichtet. Wie viele Stellen im IT-Bereich betroffen sind, wollte das Unternehmen nicht bekannt geben. Die Veränderungen würden aber die Rollenprofile der Mitarbeitenden und in einigen Bereichen die notwendigen Fähigkeiten betreffen. Zurich reagiere mit verstärkter Aus- und Weiterbildung und suche zudem Mitarbeitende mit den entsprechenden Profilen.
 
Reduktion und Vereinheitlichung
Laut den inside-it.ch bekannten Unterlagen des "Investor Days" gibt es grosse Pläne: Die RZs sollen von 70 Anfang 2015 auf acht strategische Zentren verringert werden. Ebenfalls sollen die Network-Provider stark reduziert werden. Die Strategie sieht eine umfassende Vereinheitlichung vor: Die 19 Core-Systeme, die der Konzern alleine in Deutschland unterhält, sollen auf drei reduziert werden. Statt knapp 3000 Anwendungen im Konzern will Zurich eine einheitliche Landschaft, 500 Anwendungen sollen schon in den nächsten drei Jahren wegfallen. Ebenso will man überzählige Schnittstellen ausmerzen und die User-Tools auf den neusten Stand bringen sowie sich für neue Technologien rüsten. Das kostet alles Geld. (ts)