Auch Homeland Security interessiert sich für die Blockchain

Möglichkeiten zum Einsatz der Blockchain- beziehungsweise der Distributed-Ledger werden derzeit fast überall in der Wirtschaft und bei Behörden geprüft. Nun beschäftigt sich laut einem Bericht des 'Wall Street Journal' auch das US Department of Homeland Security damit. Eine der Eigenschaften der Blockchain ist, dass Transaktionen, die in einem Block zusammengefasst und darin festgehalten wurden, nachträglich nicht mehr verändert werden können, ohne dass dies sofort offensichtlich ist. Dies wird durch eine Variante der Hashing-Technologie sichergestellt. Jeder verarbeitete Block erhält eine Art Kennziffer, die sich komplett ändert, wenn auch nur ein Bit der ursprünglichen Daten manipuliert wird.
 
Homeland Security will sich diese Blockchain-Eigenschaft nun zu Nutze machen, um sein riesiges Netzwerk an Überwachungsgeräten wie Kameras, Bewegungs- und Wärmesensoren, Röntgenmaschinen usw. sicherer zu machen. Pro Tag, so das 'WSJ', werden damit rund eine Million Reisende und 67'000 Frachtcontainer erfasst. Heutzutage sind diese Geräte via Internet untereinander und mit den Behörden, welche die Daten brauchen, vernetzt. Dies macht sie wie andere IoT-Geräte, zu einem reizvollen Angriffsziel für Hacker aller Art.
 
Tempo muss hoch genug werden
Durch die Speicherung der von den Sensoren gelieferten Daten in einer Blockchain, so die Idee, könnten Manipulationen - zum Beispiel das Löschen der Bilder einer bestimmten Person - verunmöglicht oder zumindest stark erschwert werden. Ausserdem könnte die Blockchain beweisen, dass es keine Manipulationen gab, so dass die Daten auch vor Gericht verwendet werden könnten.
 
Im letzten Herbst wurde laut dem 'Wall Street Journal' ein kleines Pilotprojekt durchgeführt, das zeigte, dass die Blockchain-Technologie tatsächlich zur Sicherung von Sensorendaten verwendet werden kann. Gegenwärtig arbeite die Behörde zusammen mit einem Startup namens Factom nun daran, die Sicherheit und Geschwindigkeit der Technologie zu erhöhen.
 
Gerade die Geschwindigkeit dürfte einer der Knackpunkte sein. Die beispielsweise für die Kryptowährung Bitcoin verwendete Distributed-Ledger-Variante wurde darauf ausgelegt, sehr sehr viel - im Prinzip völlig unnötig viel - Computerpower zu benötigen. Dies, damit die sogenannten Bitcoin-Miners, welche die Bitcoin-Transaktionen zu Blocks verarbeiten und für diese Arbeit ihrerseits Bitcoins erhalten, auch wirklich etwas "leisten" müssen. Zudem steigt bei dieser klassischen Blockchain-Anwendung der Ressourcenhunger immer weiter. Bei einer Anwendung, wie sie Homeland Security vorschwebt, müssten die Ressourcenansprüche dagegen möglichst tief beziehungsweise die Geschwindigkeit möglichst hoch sein, ohne die Sicherheit zu kompromittieren. (hjm)