Microsoft vereinfacht Privacy-Einstellungen

Nutzer sollen besser erkennen, welche Daten an Microsoft gesendet werden.
Die vom Eidgenössischen Datenschützer geforderten Änderungen bei Windows 10 werden weltweit ausgerollt.
 
Seit längerem beschäftigt sich der Eidgenössische Datenschützer (EDÖB) mit Fragen um Windows 10. Im August 2015 hat der EDÖB eine Untersuchung eingeleitet, ob die Datenbearbeitungen bei Windows 10 mit dem Schweizer Datenschutzgesetz vereinbar sind. Man habe Microsoft Änderungsvorschläge unterbreitet, sagte uns ein Sprecher des EDÖBs im November 2016.
 
Da Microsoft die Empfehlungen zur Verbesserung der Transparenz der Datenbearbeitung und der diesbezüglichen Wahlmöglichkeiten einvernehmlich umgesetzt habe, könne auf eine allfällige gerichtliche Beurteilung des Sachverhalts verzichtet werden, schreibt der EDÖB heute. Microsoft wird die neuen Einstellungen im Verlauf des Jahres mit zwei Updates weltweit ausrollen.
 
Untersuchung zeigte Mängel bezüglich Datenschutz
Die Abklärungen des EDÖBs hätten gezeigt, dass die Datenbearbeitung im Rahmen von Windows 10 nicht in allen Aspekten datenschutzkonform verläuft, heisst es in der Mitteilung. Der Aufbau und der Inhalt der Seiten "Schnell einsteigen" und "Einstellungen anpassen" seien nicht transparent genug gewesen. Es fehlten Informationen zur Speicherdauer der übermittelten Daten, zum Inhalt von Browserdaten sowie zum Inhalt von Feedback- und Diagnosedaten.
 
Zudem sei es für die Nutzer umständlich gewesen, bei den einzelnen Datenbearbeitungen weitergehende Informationen nachzuschlagen, etwa aus Passagen der Datenschutzerklärung.
 
Dialog zwischen Microsoft und EDÖB
Microsoft hat dem EDÖB Vorschläge zur Behebung dieser und weiterer Mängel vorgelegt. Der EDÖB habe diese geprüft und ergänzt. Mit den nun festgelegten Anpassungen wurden die Angaben zu den Datenbearbeitungen präzisiert. Zudem werden die Nutzer mit der neuen Einstellungsseite während dem Installationsprozess klar darauf hingewiesen, dass sie die Datenbearbeitungen und -übermittlungen festlegen und einwilligen müssen.
 
Zwei Updates im Verlauf von 2017
Die vom EDÖB geforderten Anpassungen werden weltweit über die beiden für 2017 geplanten Software-Releases von Windows 10 ausgerollt, so die Mitteilung des EDÖB weiter. Im ersten Release werden alle Nutzer bei der Neuinstallation respektive bei einem Upgrade auf das Betriebssystem die Einstellungsmöglichkeiten der Datenübermittlungen mit umfangreicheren Informationen angezeigt.
 
Mit dem zweiten Release können Nutzer schliesslich direkt auf die entsprechende Passage in der aktuellsten Version der Datenschutzerklärung zugreifen. So wird die Transparenz erhöht und den Nutzern erleichtert, die relevanten Informationen in der umfangreichen Erklärung zu finden, heisst es in der Mitteilung.
 
Onlineportal zeigt gespeicherte Informationen teilweise
In einem aktuellen Blogeintrag weist Microsoft-Manager Terry Meyerson auf die Änderungen hin. Die Updates sollen schon bald in einem Windows-Insider-Built ausgerollt werden. Einen ersten Blick auf die neuen Einstellungsseiten kann man aber bereits werfen.
 
Microsoft teilt ausserdem mit, dass die Daten, die in jedem Fall übermittelt werden, reduziert werden. Bei diesen, auf dem "Basic Level" gesammelten Daten, handelt es sich um Informationen über den Status des Betriebssystems. Diese seien essentiell, um Windows und Apps sicher auszuführen und auf dem neusten Stand zu halten. Was für Daten dies genau sind, teilen die Redmonder aber nicht mit.
 
Zudem gibt es von den Redmondern neu ein Portal, das zeigt, welche Informationen Microsoft über das eigene Verhalten bereits hat. Wer sich online mit seinem Microsoft-Konto einloggt, sieht den gespeicherten Browser- und Suchverlauf der verschiedenen Geräte, die mit dem Microsoft-Konto verknüpft sich, und kann diese Daten laut Blogeintrag löschen.
 
Auf einer separaten Website weist Microsoft darauf hin, dass die Browser- und Suchaktivitäten unter Umständen nicht im neuen Datenschutz-Dashboard angezeigt werden. Suchaktivitäten werden nur angezeigt, wenn die Suche über Bing oder Cortana durchgeführt werden und der User mit dem Microsoft-Konto bei Bing angemeldet ist. Browseraktivitäten werden demnach im Dashboard nur angezeigt, wenn Cortana in Windows und Edge aktiviert ist. (kjo)