IT-Projekt ASALneu gescheitert, aber mit Stil

Die EFK kann den Abbruch des IT-Projekts ASALneu nachvollziehen, lobt die Neuausrichtung des Vorhabens und empfiehlt eine überarbeitete IT-Strukutr. Das Folgeprojekt, ASALfutur, wird ebenfalls als IKT-Schlüsselprojekt geführt.
 
Mit dem IT-Projekt ASALneu hätte das alte Auszahlungssystem der Arbeitslosenversicherungen (ASAL) ohne funktionale Änderungen auf Java umgeschrieben werden sollen. Nachdem bereits im Frühjahr 2015 bekannt wurde, dass das Projekt auf wackligen Beinen steht, hat die für das Projekt zuständige Aufsichtskommission für den Ausgleichsfonds der Arbeitslosenversicherung (AK-ALV) das Projekt im Sommer 2015 abgebrochen.
 
Dies war ein guter Schritt, glaubt die Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK) in einem heute publizierten Bericht. Die AK-ALV hat bei einer Neueinschätzung des Projekts festgestellt, dass die ursprünglichen Ziele nicht oder nur unter hohen Risiken zu erreichen seien, hiess es im Sommer 2015.
 
ASALneu wurde statthaft beerdigt
Die EFK stellte fest, dass der Abbruch strukturiert und nachvollziehbar erfolgte. Ausserdem konnte man sich aussergerichtlich mit dem Lieferanten CSC einigen.
 
Wichtig in diesen Verhandlungen war, dass der laufende Betrieb und die Wartung von ASAL weiterhin sichergestellt ist. In der Vereinbarung konnte ausgehandelt werden, dass CSC auch künftig die nötigen Arbeiten durchführen wird. Der Vertrag läuft bis 2021 und kann verlängert werden. "Die Saldovereinbarung zieht einen Schlussstrich unter den missglückten Versuch der Migration einer alten Technologie in eine moderne Technologieumgebung", schreibt die EFK.
 
Nach ASALneu kommt ASALfutur
Den 4,1 Millionen Franken an verursachten Kosten stellt die EFK 3,75 Millionen Franken an wiederverwendbaren Ergebnissen gegenüber. Dieses Ergebnis – ein Schaden von 350'000 Franken – kann aber erst im Rahmen des nächsten Projekts ASALfutur geprüft werden. Werden die Ergebnisse nicht wiederverwendet fällt der Schaden bedeutend grösser aus.
 
Das System ASAL ist nun über 20 Jahre alt. Für die Ablösung wird nun das neue IT-Projekt ASALfutur gestartet. Die Ausgleichskasse rechnet mit einer Umsetzungsphase von vier bis fünf Jahren.
 
Neue Struktur bei der Ausgleichsstelle
Mit der Neuausrichtung des Projekts soll eine generelle Zielarchitektur für zukünftige Anwendungen entwickelt werden. Die EFK empfiehlt im Bericht insbesondere auch, Strukturen zu überarbeiten. Die Ausgleichsstelle solle mit einer neuen Geschäftsarchitektur die Anforderungen und Prozesse vereinfachen.
 
Die Ausgleichsstelle will bis Anfang 2017 eine neue Zielarchitektur erarbeitet haben. Diese umfasse sowohl die Geschäftsarchitektur sowie die IT-Struktur, schreibt die Ausgleichsstelle in der Stellungnahme. Mit der Neuausrichtung des Projekts soll eine generelle Zielarchitektur für zukünftige Anwendungen entwickelt werden.
 
Die EFK beurteilt einen ihr vorliegenden Entwurf als geeignete Grundlage für die anstehende Weitereintwicklung der IT-Landschaft. Das mit der IT-Strategie anvisierte Transformationsprogramm sei aber ambitiös. (kjo)