Protonmail will mit Tor-Hilfe Blockaden umschiffen

"Tor bietet eine Möglichkeit, bestimmte Internetsperren zu umgehen", schreibt Protonmail in einem Blog-Post. Jetzt hat der Genfer Provider für Secure-Email eine spezielle Site eröffnet, damit Nutzer ihre eigenen Mails via das Tor-Netzwerk abrufen und beantworten können.
 
Kunden müssen nun den speziellen Tor-Browser herunterladen, der es ermöglicht, URLs mit der Endung ".onion" anzuwählen, um den Service zu nutzen. Der Tor-Service wurde laut Protonmail-Meldung mit Beratung durch das Tor Project aufgebaut.
 
Ob und wie weit Tor sicherstellt, dass man anonym und verschlüsselt kommunizieren kann, ist immer wieder Gegenstand von Diskussionen.
 
Hintergrund des Schrittes, so Protonmail, sei die versuchte Blockade des Krypto-Messengers Signal in Ägypten letzten Dezember sowie der "Investigatory Powers Act 2016", den das britische Parlament Ende 2016 verabschiedete. Dieses Gesetz erlaubt Überwachung im grossen Stile und wurde unter anderem von Edward Snowden als weitreichendstes Überwachungsgesetz aller westlichen Demokratien bezeichnet.
 
Protonmail bezeichnet sich als weltgrössten Provider von sicheren E-Mail-Lösungen und sagt, man habe seit Donald Trumps Wahl grosses Wachstum an Nutzern gehabt. (mag)