Mail-Provider Lavabit ist zurück in der Freiheit

Mit einer leicht schwülstigen Ankündigung hat der E-Mail-Provider Lavabit pünktlich zur Vereidigungsfeier von Donald Trump seinen Dienst wieder aufgenommen. Wir erinnern uns: Der Mail-Dienst, der auch von Whistleblower Edward Snowden genutzt worden war, stellte im August 2013 seinen Dienst ein. Dies nachdem das FBI den Besitzer Ladar Levison zur Herausgabe der SSL-Schlüssel zwingen wollte. In den Worten Levisons: "Ich war gezwungen, eine schwierige Entscheidung zu treffen. Entweder die Rechte des amerikanischen Volkes und meiner globalen Kunden zu verletzen oder den Dienst einzustellen. Ich wählte die Freiheit."
 
Seit 2014 habe er an einer End-to-End-Verschlüsslung namens Dark Internet Mail Environment (Dime) gearbeitete, die nun als Standard etabliert werden solle, schreibt Levison. Zudem setze man auf die selber entwickelten dime-kompatiblen Open-Source-Mail-Server Magma. Der neue Verschlüsselungsstandard würde auch die Metadaten schützen, so dass niemand feststellen könne, mit wem Lavabit-User kommunizieren. Ein weiterer Vorteil sei, dass man den Dienst ohne einen Doktortitel in Verschlüsselung nutzen könne, verspricht Lavabit.
 
Der Dienst bietet drei Sicherheits-Modi an. Im Modus "Trust" übernimmt die Verschlüsselung der Lavabit-Server. Dies ist für Kunden geeignet, die herkömmliche Mail-Clients oder Webmail nutzen möchten. Der Modus "Cautious" erlaubt dem User die Kontrolle über seine Schlüssel. Dieser wird auf dem eigenen Gerät verschlüsselt und an den Server übertragen. Der Lavabit-Server speichert und synchronisiert aber verschlüsselte Keys und Nachrichten. Der "Paranoid"-Modus schliesslich ist den technisch erfahreneren User vorbehalten. Der User muss selber für die Synchronisation zwischen den Geräten sorgen und der Schlüssel bleibt immer auf dem Gerät des Anwenders.
 
Momentan können nur ehemalige Kunden von Lavabit den Dienst nutzen. Interessierte können sich aber zum halben Preis voranmelden. Die regulären Preise werden 15 Dollar jährlich für 5 GB und 30 Dollar für 20 GB Speicherplatz betragen. (ts)