US-IT-Unternehmen protestieren gegen Trumps Einreisestopp

Während sich Chefs und Chefinnen von US-IT-Unternehmen vor der Präsidentenwahl mehrheitlich gegen Donald Trump äusserten, verhielten sie sich nach der Wahl erstmal sehr still. Der von Trump am Freitag angeordnete generelle Einreisestopp für Menschen aus sieben mehrheitlich muslimischen Ländern hat nun aber wieder für viele, teilweise äusserst harsche Reaktionen aus dem Silicon Valley gesorgt. Zwar ist jeweils nur ein geringer Prozentsatz der Angestellten direkt betroffen - bei Google könnten es laut CEO Sundar Pichai gegen zweihundert sein, bei Microsoft laut CEO Satya Nadella 76 - aber den Kommentatoren geht es für einmal ums Prinzip.
 
Der per Executive Order angeordnete Einreisestopp gilt für vorerst 90 Tage und betrifft Bürger aus dem Iran, Irak, Libyen, Somalia, Sudan und Jemen.
 
Stewart Butterfield, der Chef von Slack erklärte auf Twitter: "fast jede Handlung (von Trump) scheint unnötig… böse." Reed Hastings, CEO von Netflix, schrieb auf Facebook, dass Trumps Aktionen so "unamerikanisch sind, dass es uns allen weh tut."
 
Google erklärte in einem Statement zu Handen der Presse, dass man über die neuen amerikanischen Reiserichtlinien und auch andere Massnahmen beunruhigt sei, die Mitarbeiter und ihre Familien tangieren und dazu führen könnten, dass die USA künftig weniger Talente anlocken. Der Google-CEO Sundar Pichai hatte schon am Freitag erklärt: "Es tut weh zu sehen, wie sich diese Anordnung auf unsere Kollegen auswirkt." Der Google-Gründer Sergey Brin, Sohn russischer Einwanderer, beteiligte sich persönlich an spontanen Protesten am Flughafen von San Francisco.
 
Auch Microsofts Satya Nadella, Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, der Apple-Chef Tim Cook und viele weitere Persönlichkeiten der Technobranche wandten sich in persönlichen Äusserungen und Statements klar gegen das Einreiseverbot. (hjm)