Genfer Wisekey übernimmt SuisseID-Anbieter Quovadis

Wisekey, ein Genfer IT-Sicherheitsspezialist, kauft den Konkurrenten Quovadis, so eine Medienmitteilung. Der Preis beträgt 13 Millionen Dollar plus 1,11 Millionen eigene Aktien. Zudem übernehmen die Genfer zwei Millionen Dollar Schulden von Quovadis.
 
Die Wisekey-Aktien werden aus dem bestehenden genehmigten Kapital neu ausgegeben, heisst es weiter beim börsenkotierten Unternehmen.
 
Wisekey will mit der Übernahme einen europäischen Binnenmarkt für elektronische Signaturen (eTS), elektronische Siegel, Zeitstempel, elektronische Zustelldienste und Website-Authentifizierung schaffen. Mit Quovadis-Services könne man gewährleisten, dass eTS grenzüberschreitend arbeiten und denselben rechtlichen Status wie traditionelle papierbasierte Prozesse haben.
 
Quovadis ist ein international akkreditierter Zertifizierungsdienstanbieter. Das St. Galler Unternehmen bietet digitale Zertifikate nach schweizerischer Gesetzgebung, europäischer Norm und weltweiten Standards. Quovadis ist neben der Post zweiter offizieller Anbieter der SuisseID. Neben der Schweiz ist die Firma auch in Deutschland, Holland, Belgien, UK und Bermudas tätig.
 
Quovadis verzeichnete 2016 laut eigenen Angaben rund 18 Millionen Dollar Umsatz und einen EBITDA von vier Millionen Dollar. Der Umsatz solle 2017 auf 20 Millionen Dollar steigen und man peilt ein EBITDA von sieben Millionen an.
 
Wisekey will 2017 in die Gewinnzone
Neben der Übernahme publizierte Wisekey auch Zahlen für 2016. Es sei ein Übergangsjahr gewesen, so die Genfer. Man habe in eine Reorganisation investiert sowie in die Übernahme des Halbleitergeschäfts Vault IC der französischen Inside Secure.
 
Als Konsequenz erwarte man einen Umsatz 2016 von 11 Millionen Dollar (2015: 2,3 Millionen Dollar) und einen Nettoverlust von 43 Millionen Dollar (2015: 6,5 Millionen).
 
Für 2017 prognostiziert Wisekey eine massive Umsatzsteigerung und einen Gewinn. Man rechnet mit 110 Millionen und 120 Millionen Dollar Umsatz, speziell die Märkte USA, China, Indien, Argentinien und neue Joint Ventures sollen dies herbeiführen. (mag)