Linux in München: "Ade, Pfiatdi und Tschüss"

Die zuständige Kommission beantragt den Wechsel auf Windows.
 
"Ergebnis der externen Begutachtung der IT der LHM - öffentlicher Teil" heisst das Dokument, das den Stand der Dinge in München festhält und mehrere Anträge an den zuständigen Stadtrat stellt.
 
Dieser Antrag beinhaltete, wie wir letzte Woche berichteten, kein Bekenntnis zum Müncher Linux-Projekt LiMux mehr. Einige Punkte des Antrags wurden nun nochmals geändert, beziehungsweise neu aufgestellt (PDF). Nun wird explizit gefordert, von Linux auf Windows umzustellen. "Die Verwaltung wird beauftragt, unverzüglich ein Konzept zu erstellen, wie auf Basis des neu zu entwickelnden Windows-Basis-Clients bis spätestens zum 31.12.2020 eine stadtweit einheitliche Client-Architektur geschaffen werden kann."
Zudem solle die Stadt einheitlich marktübliche Standardprodukte einsetzen, also Microsoft Office und Outlook, statt Libreoffice und Thunderbird, wie 'linux-magazin.de' prognostiziert.
 
Am Mittwoch soll über den Antrag entschieden werden.
 
Was genau hinter dem Antrag steht, ist im Wirrwar von Aussagen aus der Schweiz schwer herauszufinden. Offenbar gab es nicht nur Verzögerungen, sondern auch Beschwerden über Linux von Beamten auf der einen Seite. Aber es gab auch stadträtliche Aussagen, die laut Linux-Experten von fehlender Sachkenntnis zeugen und den externen Gutachtern von Accenture wird zu grosse Microsoft-Nähe vorgeworfen. "Katastrophale IT-Organisation" und "fehlende politische Unterstützung" werden in der langjährigen Debatte auch immer wieder formuliert.
 
Klar ist, dass es basierend auf dem Antrag nun für LiMux heissen könnte: "Ade, Pfiatdi und Tschüss". (mag)