Exklusiv! Glarner aXc darf nicht mehr NEST-Partner sein

Der Glarner ICT-Dienstleister Axcelerate (aXc) ist nicht mehr autorisierter Vertriebspartner von NEST-Gemeindesoftware. NEST hat die Gemeinden, die Kunden von Axcelerate sind, informiert, dass sie bis Ende 2017 einen autorisierten Vertriebspartner von NEST suchen müssen. Dies bestätigte Erich Kleinhans, seines Zeichens Geschäftsführer des Steuersoftware-Herstellers KMS, gegenüber inside-it.ch. KMS hat zusammen mit Innosolv (Software für Einwohnerkontrolle) das Gemeinschaftsunternehmen NEST aufgezogen.
 
Gemäss Kleinhans war Axcelerate gar nie Vertriebspartner von NEST, es habe aber eine Absichtserklärung gegeben. Diese wurde nun gekündigt.
 
Interessanterweise ist Axcelerate auf der Hompeage von NEST zwar nicht als Vertriebspartner, aber als "Autorisierter Partner Rechenzentrum" aufgeführt. Axcelerate betreibt (noch) die Informatik des IT-Verbunds Glarus hoch3 der Glarner Gemeinden und zählt eine Reihe von weiteren Gemeinden als Kunden für die IT-Gesamtlösung. Die Glarner argumentieren, ihre Kunden könnten die IT-Kosten pro Arbeitsplatz massiv senken.
 
"Für unsere Kunden hat es keine Bedeutung", sagt Christoph Marti von Axcelerate. Marti: "Wir werden die Fachapplikationen unserer Kunden weiterhin betreuen." Komme es nicht zu einer Einigung zwischen NEST und den Gemeinden, die Kunden von aXc sind, würden die Gemeinden die Lizenzen halt woanders beziehen. Die Marge an Lizenzverkäufen spiele für seine Firma keine Rolle, so Marti. (hc)

Unser Kommentar:

Affaire à suivre
Die Frage, ob aXc seine Kunden mit Software von NEST als Teil der Komplettlösungen "as-a-Service" liefern kann oder nicht, wird uns wohl noch weiterhin beschäftigen. Ein Blick in die 11-seitige "Bekanntmachung über die wettbewerbsrechtliche Behandlung vertikaler Abreden" der Wettbewerbskommission vom 28. Juni 2010 zeigt, wieviel Sprengstoff in der Frage von Gewährung und Nicht-Gewährung von Partner-Stati durch Hersteller liegt. (Christoph Hugenschmidt)