MWC: So präsentiert sich die Schweizer ICT

Der Schweizer Auftritt in Barcelona.
Mitten im kunterbunten Treiben des Mobile World Congress zeigt sich auch die Schweiz. Ein Besuch am "Swiss Pavilion" in Barcelona.
 
Farblich und geografisch passend neben Österreich angesiedelt, findet sich der "Swiss Pavilion". Organisiert von Switzerland Global Enterprise, KTI und AlpICT ist die Schweiz zum vierten mal mit einem Pavilion am MWC in Barcelona vertreten. Im – mittlerweile bekannten – Corporate Design wirkt der Stand etwas konservativ. Auf die trachtenähnlichen Gwändli vom vergangenen Jahr wurde aber verzichtet.
 
Zwölf Firmen zeigen sich am Schweiz-Stand inmitten des geschäftigen Treibens des MWC, der über 100'000 Besucher zählt. Man muss nicht lange suchen und sieht am schweizerischen Stand Schokolade und zwar auf einem überdimensionalen "Smartphone". Eine Promotion der Firma Ieffects. Das Smartphone-Imitat kann aber mehr und CEO Urs Marti zeigt die Applikation, auf der etwa die LeShop-App oder eine Anwendung eines Grosshändlers für Elektroprodukte basiert.
 
Chatbots, 3D-Printing und smarte Leuchten
Ieffects gibt es seit 2009, ein Grossteil der Unternehmen, die nach Barcelona gereist sind, sind noch jung. "Unter den zwölf Unternehmen, die sich hier zeigen, sind neun Startups", erklärt Beat Kuster, Senior Consultant Southern Europe bei Switzerland Global Enterprise im Gespräch mit inside-it.ch. Darunter ist auch ComfyLight, der Hersteller der smarten Glühbirne. Dieses Jahr sollen die Leuchten in Europa auf den Markt kommen – die erste Produktion geht an die Unterstützer der Crowdfunding-Kampagne. Und auch ein Markteintritt in die USA ist für das knapp zehn Mitarbeitende zählende Jungunternehmen ein Thema.
 
Neuigkeiten gab es vom Startup Beekeeper, mit Sitz in Zürich und San Francisco. Die Anbieter einer Mobile-Plattform für die unternehmensinterne Kommunikation haben einen Chatbot lanciert. "Dieser kann beispielsweise für die Mitarbeiterbefragung genutzt werden", so Beekeeper-Mitgründer Christian Grossmann. Interessant ist die Beekeeper-Software vor allem für Unternehmen, deren Angestellte keine Unternehmens-E-Mail-Adresse haben. Kunden sind etwa international tätige Hotelketten oder auch Migros und Ricola. Mit einem Alter von elf Monaten vermutlich das jüngste Unternehmen am Schweiz-Stand ist Astrivis. Das ETH-Spinoff hat eine App entwickelt, die jedes Smartphone zum 3D-Scanner macht.
 
Der Fokus auf Startups soll bleiben
Einen konsequenten Themen-Schwerpunkt scheint es am Swiss Pavilion nicht zu geben. Die präsenten Unternehmen beschäftigen sich mit Themen von Enterprise Software und Security über Marketing und E-Commerce bis hin zu IoT und 3D-Printing. So sind auch die Antworten auf die Fragen, wie gut die Messe läuft und ob sich die Reise gelohnt hat, entsprechend durchmischt.
 
Welche Unternehmen und damit Technologien sich nächstes Jahr am MWC präsentieren werden, ist noch offen. Einen Fokus auf Startups wird es am Swiss Pavilion in Barcelona auch 2018 geben, wie Kuster weiter erklärt. (Katharina Jochum, Barcelona)
 
Interessenbindung: Die Reise der Autorin nach Barcelona (Flug und Unterkunft) wurde von SAP bezahlt.