Watson und Einstein analysieren künftig zusammen Datenberge

IBM und Salesforce "verschmelzen" ihre beiden KI-Lösungen Watson und Einstein, dies haben die beiden Unternehmen bekanntgegeben. Aus der Partnerschaft resultierende Watson-Einstein-Angebote sollen ab der zweiten Jahreshälfte zur Verfügung stehen.
 
Die Vereinbarung ist der jüngste Schritt von IBM, Watson für eine breitere Palette von Unternehmen attraktiv zu machen. Im Gegenzug könnte die eher Sales-ausgerichtete Einstein-Lösung durch IBM-Knowhow verbessert werden.
 
Während Einstein strukturierte Kundendaten wie Kaufverhalten auswertet, ist Watson stärker darin, unstrukturierte Daten aus unterschiedlichen Quellen zu analysieren. Die APIs von IBM Watson werden in Salesforce integriert, um Daten beider kombinieren zu können.
 
Laut 'Wall Street Journal' planen die beiden Unternehmen, die neuen Lösungen jeweils selbst zu verkaufen.
 
Als konkretes Beispiel für Anwendungen nennen die Partner einen finnischen Lift-Hersteller namens Kone Oyj, der mit Watson den Status der Lifte überwache und mit der Salesforce Service Cloud die Kunden-Service-Funktionen. Die Watson-Einstein-Kombination könne Predictive Maintenance und Reparaturservices verbessern.
 
Aber auch Vermögensverwalter könnten Kundendaten und makroökonomische Informationen zusammenführen. Als drittes Beispiel kann die Kombination von Kundendaten und aktuellen Wetterinformationen dienen, welche Versicherungen für Warnmeldungen an Kunden nutzen könnten.
 
"In wenigen Jahren wird jede grössere Entscheidung - ob privat oder geschäftlich - mit Hilfe von künstlicher Intelligenz und kognitiven Technologien fallen", glaubt IBM-Chefin Ginni Rometty.
 
"Potential in der Schweiz vorhanden"
Thomas Landolt, Geschäftsleiter IBM Schweiz, sagt gegenüber inside-it.ch, die neue Partnerschaft habe Potential bei Schweizer Salesforce-Kunden, zudem habe man schon eigene Salesforce-Spezialisten im Einsatz.
 
IBM sucht seit einiger Zeit Partnerschaften sowohl mit Firmen wie Salesforce, aber auch mit Konkurrenten, bestätigt Landolt. Mit Partnerschaften hofft man, ein grösseres Spektrum von potentiellen Kunden abdecken zu können als dies alleine möglich wäre.
 
Die Beziehung zwischen IBM und Salesforce wurde verstärkt, als der blaue Riese 2016 für 200 Millionen Pfund Bluewolf Group übernahm, die auf Salesforce spezialisiert ist.
 
'Business Insider' glaubt, der Deal sei gut für IBM, weil Salesforce-Kunden nun Consultants und massgeschneiderte Apps bräuchten und dies bei IBM nachfragen könnten. (Marcel Gamma)