Defekte Intel-Chips zwingen immer mehr Hersteller zur Stellungnahme

Erst schien nur Cisco betroffen, dann auch HPE. Nun folgen Netgear, Synology und weitere Hersteller.
 
Ein Fehler im Taktsignal von Intel-Prozessoren der Serie Atom C2000 breitet sich immer weiter aus. Der Bug macht sich inzwischen bei Switches, Firewalls, NAS-Systemen, Mainboards, WLAN-Controller und Router unterschiedlichster Hersteller bemerkbar. Die Geräte sollen schon nach bis zu 18 Monaten den Geist aufgeben. Erste Auswechselaktionen sind bereits initiiert worden.
 
So hat vor zwei Tagen auch Netgear auf das Problem bei ihren NAS-Geräten RN3130 und RN3138 hingewiesen und eine Liste auch der WLAN-Controller-Modelle WC7500 und WC7600v2 ins Netz gestellt, die nun ausgewechselt werden sollen. Als Grund nennt Netgear allerdings auch auf Nachfrage von 'The Register' den Atom C2000 nicht ausdrücklich. Die Schweiz soll allerdings kaum betroffen sein, wie Michael Schäfer, Netgears CBU Sales Manager Switzerland, auf Anfrage festhält. Es handle sich lediglich um eine "Handvoll Geräte" die hierzulande im Einsatz und betroffen sind, sagt er zu inside-channels.ch.
 
Cisco hatte schon vor einem Monat versprochen, die von dem Bug betroffenen Geräte kostenlos zu ersetzen. Wie damals schon berichtet, heisst der Fehler korrekt "Clock Signal Component Issue" und soll auch bei Nexus Switches, ASA Firewalls, ISR Routers und Meraki Cloud Managed Switches auftreten können.
 
Auch HPE nahm nach Cisco Stellung, sprach aber davon, dass es wegen des Fehlers zu keinen Ausfällen komme. Inzwischen finden sich auch Hinweise zu dem Problem auch bei Juniper und auch Geräte von Dell und NEC sollen betroffen sein.
 
Schon reagiert hat auch der NAS-Hersteller Synology, der eingestand, dass in die DS415+, DS1515+, DS1815+, DS2415+, RS815+ und RS2416+ fehlerhafte Intel-Chips verbaut seien.
 
'The Register' hat bereits Anfang Februar auf das mögliche Problem hingewiesen und die betroffenen Unternehmen aufgelistet. In dem Bericht findet sich auch ein im Januar von Intel veröffentlichtes Papier, in dem der Bug unter Punkt 54 eingeräumt wird. Sicher ist bei der sich ausweitenden Geschichte vorerst nur, dass trotz kostemlosem Ersatz oder Garantieverlängerung den IT-Dienstleistern und Adminstratoren noch einiges an Arbeit ins Haus steht. (vri)