BFS: Information und Kommunikation war wachstumsstärkste Branche

Das Bundesamt für Statistik (BFS) hat erstmals Zahlen zu den wachstumsstarken Schweizer Unternehmen publiziert. Als wachstumsstark gelten Unternehmen ab zehn Angestellten, die im untersuchten Zeitraum von 2011 bis 2014 durchschnittlich ein jährliches Beschäftigungswachstum von mehr als zehn Prozent verbuchen konnten – abzüglich Fusionen und Übernahmen.
 
Im ICT-Bereich stechen vor allem folgende Unterbranchen heraus: Am stärksten gewachsen sind die wachstumsstarken Unternehmen des Versand- und Internethandels. Sie haben im Schnitt jährlich 20,7 Prozent mehr Leute beschäftigt und sind damit zusammengenommen von 228 auf 401 Angestellte angewachsen. In absoluten Zahlen mehr ins Gewicht fällt der Bereich Webportale. Hier wuchsen die dynamischsten Unternehmen im untersuchten Zeitraum von 1019 Angestellten auf 1716 und verzeichneten damit ein jährliches Wachstum von 19 Prozent. Die Webportale zählt das BFS zur Informations- und Kommunikationsbranche.
 
Diese wies von allen Branchen den höchsten Anteil an wachstumsstarken Unternehmen auf. In diesem Bereich sind 13,6 Prozent aller Unternehmen wachstumsstark. Im Schnitt vergrösserten sich diese um rund 18 Prozent pro Jahr. Das bedeutet, dass die Anzahl der Beschäftigten in den 308 wachstumsstarken Unternehmen von 2011 bis 2014 von knapp 10'000 auf fast 16'500 gestiegen ist. Besonders ins Gewicht fallen hier die wachstumsstarken Unternehmen im Bereich Programmierungstätigkeiten sowie Beratungsleistungen Informationstechnologie: Erstere vergrösserten sich um jährlich 18,4 Prozent von 2843 auf 4719 Beschäftigte, letztere um 16,5 Prozent pro Jahr von 3490 auf 5518 Personen.
 
Die Branche Information und Kommunikation ist aber nicht mit der ICT-Branche im herkömmlichen Sinn identisch. Das BFS fasst nach NOGA-Norm nebst klassischen ICT-Bereichen unter anderem auch das Verlagswesen und die Fernseh- und Radioproduktion darunter. Dafür werden zum Beispiel der Handel mit Datenverarbeitungsgeräten und Software sowie die Herstellung elektronischer Geräte unter andere Kategorien subsumiert.
 
So fällt etwa der Grosshandel mit Geräten der IKT sowie Software in die Kategorie Handel. Im IKT-Grosshandel wuchsen die entsprechenden Firmen von 2011 bis 2014 um jährlich 16,8 Prozent von 649 Personen auf 1033 Personen.
 
Mit der vorliegenden Erhebung will das BFS die Entwicklungsdynamik der Schweizer Unternehmen beleuchten, schreibt das Bundesamt. Es zählt insgesamt 4594 wachstumsstarke Unternehmen, davon knapp drei Viertel im tertiären Sektor.
 
Man kann sich fragen, wie aussagekräftig diese Zahlen für aktuelle Entwicklungen noch sind. Gestern sagte Andreas Kälin, Vizepräsident von ICT Switzerland, zu 'srf.ch', dass die Branche nicht mehr stärker wachse als andere Wirtschaftssektoren. Zwar bezieht sich Kälin nicht explizit auf die Beschäftigtenzahlen, aber er konstatiert, dass der Schweizer ICT-Markt gesättigt sei und bestimmte Teilbranchen nicht mehr so stark wachsen würden wie in den vergangenen Jahren. (ts)