Billag verliert "Billag"-Mandat

Nach einer öffentlichen Ausschreibung vergangenen Herbst, verliert Billag das Mandat für das Inkasso für TV- und Radiogebühren. Der Zuschlag geht an Serafe, wie das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) heute mitteilt. Die Firma hat sich gegen zwei weitere Mitbewerber durchgesetzt, sagte eine Sprecherin des Bakom gegenüber der Nachrichtenagenur 'sda'.
 
Billag hat das Mandat seit 1998 inne und sagte gegenüber inside-it.ch im Herbst, man wolle sich erneut dafür bewerben. Der Vertrag wurde zuletzt für die Jahre 2015 bis 2017 abgeschlossen. Die Swisscom-Tochter wird für das Inkasso vom Bund mit 54 Millionen Franken pro Jahr entschädigt. Billag zeigte sich enttäuscht über den aktuellen Entscheid. Die Empfangsgebühren machten über 90 Prozent der Einnahmen aus, sagte ein Sprecher auf Anfrage von 'sda'. Möglicherweise müsse die Firma schliessen. Es gehe um rund 250 Mitarbeiter.
 
Serafe, Tochterfirma von Secon, nimmt die Arbeiten bereits am 1. Juli 2017 auf, wie das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) am Freitag mitteilte. Das Mandat endet am 31. Dezember 2025. Bis Ende 2018 bleibt aber noch die Billag für die Gebühreneintreibung zuständig. Anfang 2019 ändert das Erhebungssystem. Bis anhin bezahlten Besitzer von Radio- oder TV-Geräten eine Gebühr. Neu sind mit wenigen Ausnahmen alle Haushalte und Unternehmen abgabepflichtig, unabhängig davon, ob sie einen Fernseher oder ein Radio besitzen.
 
Folglich wird der Auftrag an die neue Inkassofirma auch tiefer abgegolten als die bisherigen Leistungen der Billag. Serafe erhält laut Bakom für die gesamte Mandatsdauer von sieben Jahren inklusive Vorbereitungsarbeiten einen Betrag von rund 123 Millionen Franken. (kjo/sda)