US-Staat verklagt IBM wegen teurem IT-Debakel

Der Gouverneur des US-Staats Pennsylvania, Tom Wolf, verklagt IBM wegen eines gescheiterten IT-Projekts. IBM habe es nicht geschafft, ein IT-System der Arbeitslosenversicherung des Staats zu erneuern. Als das Projekt abgebrochen wurde, sei man 45 Monate im Rückstand und 60 Millionen Dollar über Budget gewesen.
Nun listet die staatliche Klage "Verletzung des Vertrages, betrügerische Falschdarstellung, fahrlässige Falschdarstellung, Betrug und betrügerische Verschleierung" auf.
 
Das angeblich verpfuschte Projekt begann im Jahr 2006. IBM hatte laut Medienmitteilung des Gouverneurs den Zuschlag zum Fixpreis von 109,9 Millionen Dollar und dem Launchdatum Februar 2010 erhalten. 2013 wurde dann der Vertrag nach einer externen Analyse aufgelöst, die das Risiko des Scheiterns als sehr hoch einstufte, schreibt 'Fortune'.
 
"Die Steuerzahler bezahlten IBM fast 170 Millionen Dollar für etwas, das angeblich ein umfassendes, integriertes und modernes System sein sollte, aber bekamen dieses nie", sagt Gouverneur Wolf aktuell. Stattdessen müsse das Amt bis heute mit teuren Legacy-Systemen arbeiten, welche Dutzende von Millionen für Server, Wartung und Support verschlingen würden.
 
Zu den genauen Hintergründen des Scheiterns ist wenig bekannt. Die 'Pittsburgh Post-Gazette' schreibt, die Verzögerungen seien in der hohen Mitarbeiter-Fluktuation bei IBM begründet.
 
Laut der Agentur 'AP' hat IBM 2013 mindestens eine Teilschuld auf den Staat abgewälzt: "In komplexen IT-Implementierungen gibt es auf beiden Seiten eine Rechenschaftspflicht für System Performance und Service Delivery". Die externen Prüfer schrieben laut 'AP', dass es beim Staat Pennsylvania bis 2011 keinen Projektverantwortlichen gegeben habe.
 
IBM-Sprecher Clint Roswell sagte in einer Erklärung, die Forderungen des Staates hätten keine Grundlage und dass das Unternehmen sich nach Kräften verteidigen würde. (mag)