Myriad weiter auf Talfahrt

Der Zürcher Handy-Software-Entwickler Myriad verbucht auch 2016 hohen Umsatzverluste. Deutlich reduziert werden konnte hingegen der Gewinnrückgang. Erst einmal im 2014 konnten schwarze Zahlen geschrieben werden. Laut den bereits am 23. Februar vorgelegten Zahlen ging der Umsatz im letzten Geschäftsjahr um 46 Prozent von 27,3 Millionen Dollar im ebenfalls schon schlechten 2015 auf noch 14,7 Millionen Dollar zurück.
 
Ausgewiesen wurde ein Verlust von 28,2 Millionen Dollar. Wobei der 2015 noch 65,5 Millionen Dollar betrug. Der Cash-Bestand lag Ende 2016 noch bei 19,2 Millionen Dollar, ein Jahr zuvor waren es noch 37,8 Millionen Dollar. Das der Börsenkurz wieder rückläufig ist, dürfte nicht zuletzt Martin Ebner treffen, der aktuell 33,5 Prozent der Myriad-Aktien besitzt.
 
Bei schrumpfenden Cash-Bestände und der schwierigen Aufgabe zu wachsen, muss Myriad bald die Wende schaffen. Man hat zu zeigen, ob 2016 wirklich ein Übergangsjahr war, wie das Unternehmen schreibt. Demnach sollen sich 2017 die Umsätze stabilisieren. Ein Schritt in Richtung Wende sei gewesen, die Belegschaft von 180 auf 146 Mitarbeiter zu reduzieren, was zu jährlichen Einsparungen von 3,6 Millionen Dollar geführt habe.
Wenig hoffnungsvoll stimmt hingegen, dass gleich zum Start ins 2017 unerwartet die Position von CEO Stephen Dunford neu besetzt werden musste. Er habe sich auf Ende Januar vom Unternehmen verabschiedet, bestätigt Myriad auf Anfrage. Seinen Posten hat Erik Hansen übernommen. Der nun nicht nur als Verwaltungsratspräsident amtet, sondern auch als CEO.
 
Neues Produkt lanciert
Zudem ist zu registrieren, dass Anfang 2016 zwar noch mitgeteilt wurde, künftig mit zwei Produkten Geld zu verdienen. Einerseits mit dem Betrieb des sozialen Netzwerks Versy in Lateinamerika und anderseits als Hersteller diverser Lösungen für den Datentransport auf 2-G-Netzwerken für Mobilfunkanbieter in ärmeren Ländern. Doch gingen allein im vierten Quartal 2016 die Nutzerzahlen für die Versy-App von 1,2 auf noch gut 1 Millionen zurück.
 
Unklar ist auch, ob ein soeben gestarteter USSD-Service (Unstructured Supplementary Service Data) im Kampf gegen Man-in-the-Middle-Angriffe wie SIM-Swap als Lichtblick gesehen werden kann. Es ist eines der Angebote für das zweite Standbein, mit dem unter dem Namen "Myriad Connect" Cloud-basiert die Authentifizierung von Finanzdienstleistern über das Smartphone ermöglicht werden soll. (vri)