Wer die Top-IT-Leute des Bundes beraten wird

Neu sollen zwei Firmen den Bund in ICT-Fragen beraten. Inside-it.ch hat nachgefragt, wer wobei Unterstützung erhält.
 
Nun ist bekannt, wen das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) der Verwaltung als ICT-Unternehmens- und Managementberater zur Seite stellt: Forrester Research erhielt den Zuschlag über rund 30 Millionen Franken und Gartner Switzerland über rund 18 Millionen Franken.
 
"Es handelt sich um Optionsvolumen, die dem konkreten Bedarf entsprechend bedarfsbezogen abgerufen werden können", präzisiert Sonja Uhlmann-Haenni, Mediensprecherin des BIT auf Anfrage von inside-it.ch.
 
Die Zuschläge wurden bis Ende 2022 erteilt. Das heisst, es könnten für acht Millionen Franken jährlich Analysen und Beratung bezogen werden.
 
Wo ist denn der Beratungsbedarf? "Die Analystenservices dienen zur Meinungsbildung und Unterstützung in spezifischen Technologiefragen. Dies beruht einerseits auf dokumentarischen Leistungen, andererseits auf Expertengesprächen. Die Services betreffen alle Themen von IKT-Technologietrends, -Entwicklung, -Support, -Betrieb und -Produktanalysen/-vergleiche sowie Methoden, Strategien und Marktvergleiche", erklärt Uhlmann-Haenni.
 
Profitieren sollen Führungskräfte in der IT der Bundesverwaltung auf Ebene Geschäftsleitung, und nicht nur die GL des BIT. "Mit den Analystenservices für Fachkräfte können auch andere Kader und Fachpersonen von diesen Services profitieren," sagt das BIT.
Diese erhalten insbesondere Zugang zum gesamten Inhalt der Research-Datenbanken.
 
"Attraktive Preise"
Nicht beantworten kann das BIT, wie hoch bislang die Investitionen pro Jahr in ICT-Analystendienstleistungen für Fach- und Führungskräfte waren. "Da solche Services bisher einzeln durch unterschiedliche Stellen der Bundesverwaltung bezogen wurden, haben wir hierzu keine Angaben."
 
Als Argument für den Zuschlag werden neben dem Knowhow von Forrester und Gartner auch deren "attraktive Preise" genannt. Das BIT erläutert: "Innerhalb der Pakete, welche hier mit Maximal-Preisangaben geschnürt wurden, ist eine auf den Leistungsbezüger zugeschnittene Anpassung der Leistungen möglich. Diese bringt entsprechend tiefere Preise mit sich."
 
Gesucht worden waren in einem offenen Verfahren zwei weltweit tätige Firmen mit dem nötigen ICT-Knowhow, einer entsprechenden Research-Datenbank, einer Geschäftsstelle in Europa sowie sehr guten Kenntnissen in einer Schweizer Landessprache.
 
Forrester und Gartner waren die einzigen Bewerber. Anlass der Ausschreibung war, dass der aktuelle Einzelvertrag des BIT mit Gartner ausläuft. (Marcel Gamma)