TAG Heuer lanciert neue Smartwatch-Generation

Machen voll auf Swissness: Jean-Claude Biver (mitte) zusammen mit Josh Walden, Senior Vice President und General Manager der New Technology Group von Intel (links) und David Singleton, Vice President of Android Engineering bei Google (rechts).
Trotz Swissness, Bivers Grinsen und Unterstützung von Intel und Google: Die globale Begeisterung bleibt dieses Mal aus.
 
Im November 2015 hatte der Tag-Heuer-CEO Jean-Claude Biver mit der Lancierung der ersten "Connected Watch" des Schweizer Luxusuhrenherstellers weltweit ein riesiges Mediencho ausgelöst. Nun wirft TAG Heuer eine zweite Generation seiner Smartwatch auf den Markt, die "Modular 45". Sie ist mit Android Wear 2.0, einem AMOLED-Display und einem Intel-Prozessor ausgestattet. Sie verfügt ausserdem über GPS und einen NFC-Sender für Zahlungen. Auch das neue Modell ist preislich im Luxusbereich angesiedelt: In der Schweiz soll es ab rund 1690 Franken erhältlich sein.
 
Laut TAG Heuer wurde das neue Modell in der Schweiz konzipiert und entwickelt und wird auch hierzulande montiert. "Bahnbrechend", so die Marketingabteilung, sei das modulare Konzept. Neben den Zifferblättern können auch das Armband und weitere Teile ausgetauscht werden. Darunter befindet sich auch das Herzstück der Uhr selbst, das Uhrwerk: Wer will, kann statt zum Smartwatch-Uhrwerk ein zusätzliches mechanisches Uhrwerk kaufen und einsetzen. Dies kostet allerdings mindestens nochmal so viel, wie die Smartwatch allein.
 
Das Medienecho auf die Lancierung der neuen Generation ist, obwohl auch Google- und Intel-Vertreter bei Launch-Events anwesend waren, viel geringer als vor 15 Monaten bei der ersten Generation. Damals hofften viele noch auf eine Erfolgsgeschichte à la David (TAG Heuer) gegen Goliath (Apple). Dies ist wie zu erwarten war bei weitem nicht eingetroffen, obwohl die Connected Watch dem Schweizer Uhrenhersteller Umsatzwachstum beschert haben dürfte. Jean-Claude Biver erklärte Anfang dieses Jahres, dass man 56'000 Stück abgesetzt habe. Mehr, als man bei der Konzeption erwartet
hatte, aber auch deutlich weniger, als in der Euphorie kurz nach dem Launch prognostiziert wurde. Zum Vergleich: Apple hat 2016 etwa 10,7 Millionen Smartwatches verkauft.
 
Der Hauptgrund für die lauen Reaktionen ist aber, dass sich der Hype um den Smartwatch-Markt generell im Vergleich zu 2015 sehr stark abgekühlt hat. Damals wurden, auch von seriösen Marktforschern, Wachstumsraten im Bereich von 70 Prozent pro Jahr vorhergesagt. In der Realität waren die verkauften Stückzahlen im eigentlichen Smartwatchmarkt (Ohne Fitnessbänder und andere, spezialisierte Wearables) 2016 kaum höher als 2015. (hjm)