Stellenabbau im BIT und neue Organisation für IT-Projekt DaziT

Bundesangestellte sollen durch gezieltes Outsourcing ersetzt werden. Der Personalverband kritisiert, dass nun teure Projekt- und Supportarbeiten zu hohen externen Löhnen ausgelagert werden.
 
57 Vollzeitstellen streicht das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) und löst damit einen Aufschrei beim Personalverband des Bundes (PVB) aus. Laut Mitteilung trage man mit dem Stellenabbau "auch den vom Parlament beschlossenen Budgetkürzungen im Personalbereich Rechnung". So sollen ab 2019 jährlich mindestens 4,5 Millionen Franken eingespart werden können. Gleichzeitig will das BIT im Rahmen des Projektes "DaziT", das bis 2026 sämtliche Zollprozesse digitalisieren soll, seine Organisation anpassen.
 
Wenn es nach dem BIT geht, werden 32 Mitarbeiter durch gezieltes Outsourcing ersetzt. Hierbei soll angestrebt werden, die Betroffenen bei den künftigen Providern unterzubringen. Davon abgesehen verzichte man von der Neubesetzung offener Stellen und verzichte auf den Ersatz von demnächst pensionierten Mitarbeiter. Zudem sollen bei weiterhin offenen Stellen bevorzugt die vom Stellenabbau betroffene Personen berücksichtigen werden. Allerdings sei jetzt schon klar, dass dies aufgrund der Eignungskriterien nicht überall möglich ist. Schliesslich müsste darüber hinaus 25 Mitarbeiter gemäss Sozialplan der Bundesverwaltung gekündigt werden. Lehrstellen seien von diesen Massnahmen nicht betroffen, so das BIT weiter.
 
Klar ist jetzt schon, dass durch die Entlassung der 25 Mitarbeitern mit Einsparungen von rund 4,5 Millionen Franken pro Jahr gerechnet wird. "Genauer kann diese Zahl, welche erst nach abgeschlossenem Abbau im 2019 wirksam wird, nicht beziffert werden", teilt Sonja Uhlmann-Haenni, Leiterin des Direktionsstab und Sprecherin des BIT, auf Anfrage mit. Sie geht dabei von durchschnittlichen Personalkosten pro Vollzeitäquivalent von 178'800 Franken im Jahr aus. Wobei im BIT 2016 die Personalkosten bei einem durchschnittlich Personalbestand von 1091 Mitarbeitern 195'100 pro Person Franken betragen haben, wie sie anfügt.
 
Gewerkschaft spricht von Absurdität
Beim PVB heisst es zum Stellenabbau etwas widersprüchlich, es sei "60 Angestellten mitgeteilt (worden), dass ihre Stelle aufgelöst wird". Wenig später wird dann festgehalten, dass "noch unklar" ist, wer "genau betroffen sein wird". Aber wie dem auch sei, der Personalverband weist wohl richtiger Weise darauf hin, dass nun teure Projekt- und Supportarbeiten zu hohen externen Löhnen ausgelagert werden und damit das BIT ein Wissensverlust in Kauf nimmt.
 
Ohnehin sei hier "schon jetzt eine beträchtliche Anzahl" externer Mitarbeiter und externer IT-Firmen im Einsatz. Ausserdem seien von dem Outsourcing jetzt Bereiche betroffen, die "vor nicht allzu langer Zeit auf Druck des Parlamentes internalisiert" worden seien. Statt die Bundesangestellten genügend weiterzubilden, werden sie entlassen und wichtige Aufgaben teuer von Externen erledigt, heisst es beim PVB weiter: "Das Ganze gleicht einem kostentreibenden, sinnlosen Perpetuum Mobile, dessen Sinneszweck ausschliesslich zu sein scheint, der Mehrheit im Parlament das Gefühl zu geben, endlich etwas getan zu haben".
 
Scharf geht der PVB auch mit der Mehrheit des Parlaments ins Gericht. Einerseits habe man den Bundesämtern neoliberale Strukturen aufgedrückt, dessen Logik man nun aber nicht konsequent anwende. "Wenn nun das Parlament andererseits über Personalbudgets in die Steuerung eingreift und die Autonomie auf der Strecke bleibt, führt das Parlament das System ad absurdum."
 
BIT bereitet sich auf DaziT-Aufgaben vor
Neben dem Stellenabbau organisiert sich das BIT für den anstehenden Transformationsprozess der Eidgenössischen Zollverwaltung (DaziT) neu. Bekanntlich geht es darum, sämtliche Zollprozesse zu digitalisieren, was die Erneuerung der IT in der Eidgenössischen Zollverwaltung voraussetzt. Für die dem BIT dabei zufallenden Aufgaben im IT-Bereich wird ein neuer Führungsbereich für komplexe Vorhaben geschaffen. Er wird auf Stufe Vizedirektor angesiedelt und die "Ressourcen der verschiedenen beteiligten Fachbereiche während der Dauer des Vorhabens" steuern, heisst es in der Mitteilung. Zudem soll die Qualität der Prozesse der Betriebsübergabe nach Abschluss der Projektphase "Transition" verbessert werden, "was weitere organisatorische Anpassungen mit sich bringen kann".
 
Übrigens wird das BIT laut Sprecherin für die Neu- respektive Umorganisation, "neue Personen anstellen, welche die notwendigen Voraussetzungen bezüglich Rollenkompetenz, Technologiekenntnissen und Projekterfahrung mitbringen". Die genauen Profile dieser zusätzlichen Job werde man "im Rahmen des laufenden Projekt-Setups definieren", so Sonja Uhlmann-Haenni. (vri)