Glarus hoch3: Firma aus Gossau erhält Zuschlag

Das Gemeinde-Informatik-Projekt, das im Kanton Glarus Wellen schlägt, geht in die nächste Phase.
 
Nun ist klar, wer künftig das RZ der drei Glarner Grossgemeinden betreiben wird. Den Zuschlag erhielt A. Lehmann Elektro für rund 6,2 Millionen Franken. Es sei "das wirtschaftlich günstigste Angebot" gewesen, so die Begründung der Verantwortlichen von Glarus hoch3. – Das ist die Firma, die für die drei Glarner Gemeinden und die Werke die Informatik betreibt. – Der in Gossau ansässige IT-Dienstleister A. Lehmann Elektro ist spezialisiert auf Planung, Ausführung und Wartung elektrotechnischer Anlagen.
 
Ausgeschrieben war der Betrieb des RZs für Glarus hoch3 auf dem Gebiet der drei Gemeinden. Dazu das Hosting der durch die Gemeinden, technischen Betriebe und externe Kunden genutzten Applikationen inklusive Netzwerksupport. Das Projekt sieht auch zwei Einspeisungsstandorte für Ethernet/Glas und Housing vor. Letzteres für die Teilnehmervermittlungsanlage (Telefon) und Services für Server-, Applikations- und SAN-Hosting inklusive Backup und Firewall-Dienstleistung für den Anschluss ans WWW ohne Carrier.
 
Wir konnten die Verantwortlichen bis Redaktionsschluss nicht erreichen, um das Mengengerüst der zu migrierenden Applikationen und Datenmengen zu erfragen. Laut einem Insider handelt es sich bei den Applikationen um eine Liste von zwei A4-Seiten Umfang.
 
Die Daten sollen im Glarnerland gespeichert werden. Öffentlich unbekannt ist, ob A. Lehmann Elektro eigene RZs in diesem Gebiet hat, eröffnen wird oder ein Colocation-Modell wählt. Angesichts des Zeitplans – Beginn erster August, Migration zwischen Weihnachten und Neujahr 2017 und Betriebsbeginn per 1. Januar 2018 – dürfte letzteres wahrscheinlicher sein.
 
Ralf Zeller, Bereichsleiter Informatik und Telekomunikation von A. Lehmann Elektro bestätigt den Zeitplan und verweist auf die Erfahrung seiner Firma mit Migrationen: "Das ist daily Business", sagt er auf Anfrage. Mehr zur Ausschreibung, dem Projekt und zum Vorgehen konnte Zeller nicht sagen. Man habe eine Vertraulichkeitserklärung unterschrieben.
 
Drei Angebote waren auf die Ausschreibung eingegangen. Keine Offerte eingereicht hat Axcelerate, bisher verantwortlich dafür. Hinter der Ausschreibung steht eine lange Geschichte inklusive Finanzierungslücke und Rechtsstreit.
 
Laut Simap wurde der Preis mit 30 Prozent gewichtet und die Qualität mit 55 Prozent. Die Präsentation floss mit 15 Prozent in den Bewertungsprozess ein. Die Ausschreibung hatte Glarus hoch3 gemacht. Der Zuschlag wurde nun für eine Auftragsdauer bis Ende Dezember 2022 erteilt. Von da an besteht die Option, den Auftrag bis 2025 jährlich zu verlängern. (Marcel Gamma)