IoT gegen Bienensterben

Bildquelle: Marnie Pix unter CC-Lizenz.
Der digitalisierte Bienenstock: Sensoren liefern dem Imker Informationen zu Luftfeuchtigkeit und Luftdruck sowie zur Aktivität der Bienen.
 
Ein Bienenstock ist die kleinste Industrieanlage der Welt mit 40'000 Mitarbeitern auf einem halben Quadratmeter. Zwischen 15 und 20 Prozent der landwirtschaftlichen Produktion sind direkt auf Bestäubung durch Honigbienen angewiesen und der globale Wert der Bestäubungleistung wird auf über 150 Milliarden Euro geschätzt. Dies schreibt T-Systems und stellt eine IoT-Lösung für Imker vor.
 
Die Lösung von T-Systems basiert auf der LPWA-Technologie der schmalbandigen Funkkommunikation (NB-IoT). Sensoren im Bienenstock sammeln Daten zu Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftdruck sowie zur Aktivität der Bienen und zum Gewicht des Bienenstocks und damit zum Füllstand der Waben. Die Daten werden auf eine Smartphone- oder Tablet-App des Imkers übertragen. Damit soll dieser wissen, ob seine Bienen gesund sind und rechtzeitig auf Veränderungen reagieren können, bevor das Bienenvolk Schaden nimmt, schreibt T-Systems weiter.
 
Dieses Beispiel zeige, wie die Digitalisierung einen Beitrag zum Artenschutz leisten könne. Allein in Deutschland sei nach Angaben des Deutschen Imkerverbundes die Zahl der Bienenvölker seit den 1950er Jahren von 2,5 Millionen auf heute weniger als eine Million zurückgegangen. In einem Winter seien rund zehn Prozent Schwund normal. Imkereien melden aber durchschnittliche Verluste von 30 Prozent. Allein zwischen Mai 2014 und Mai 2015 haben die Imker in den USA über 40 Prozent ihrer Bienenvölker verloren. Die genauen Ursachen für das Bienensterben sind unbekannt, als Gründe werden etwa eintönige Landschaften, fehlende Nahrungsquellen, der Verlust des natürlichen Lebensraums, Parasiten wie die Varroa-Milbe und der Einsatz von Pestiziden genannt.
 
T-Systems stellt die Lösung im Rahmen der CeBIT vor. Das CeBIT-Partnerland Japan hat Anfang Jahr eine Mini-Drohne vorgestellt, die als Bienenersatz entwickelt wurde. Bei einem Preis von 100 Dollar pro Drohne wäre diese technische Ersatzlösung ein teures Unterfangen. Insbesondere wenn man bedenkt, dass allein die Mandelindustrie in Kalifornien mit einem Bedarf von 35 Millionen Tieren rechnet, schliesst T-Systems.
 
Auch australische Forscher beschäftigen sich mit dem Thema. 2015 hat das Wissenschaftsinstitut CSIRO einen winzigen RFID-Chip vorgestellt, der Bienen als "Rucksack" angeklebt wurde. Wenn die Bienen ein RFID-Lesegerät passieren, werden diese Daten weitergeleitet und ausgewertet. Neben den Bewegungsdaten der Bienen werden auch Daten zu Umweltbedingungen wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit oder Sonneneinstrahlung erfasst. (kjo)