Merkel: Digitalisierung darf niemanden zurücklassen

Gut gelaunt bei der Cebit-Eröffnung: Shinzo Abe und Angela Merkel.
Mahnende Worte an die IT-Industrie anlässlich der CeBIT-Eröffnung.
 
Mit dem traditionellen Rundgang der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel hat heute, Montag, in Hannover die Technologiemesse CeBIT für Besucher begonnen. Für die anwesende Prominenz begann die CeBIT schon gestern Abend mit dem grossen Eröffnungsanlass und Aufritten von Merkel und dem japanischen Premierminister Shinzo Abe.
 
Ein Hauptthema war dabei, in Zeiten von Donald Trump, ein Bekenntnis zu Freihandel. Insbesondere Merkel hatte aber auch einiges zum Thema Digitalisierung zu sagen. Unter anderem, so Merkel, gehe es darum, vom digitalen Wandel verunsicherte Menschen nicht zu vernachlässigen. "Millionen von Menschen, die zum Teil noch nicht wissen, was sie erwartet." Man müsse unter anderem das Bildungssystem anpassen und zum lebenslangen Lernen kommen.
 
Diese Menschen in das neue Zeitalter der Digitalisierung mitzunehmen werde die Politik aber nicht allein schaffen, sagte Merkel an die Adresse der Industrie. Laut unserem Korrespondenten vor Ort kamen Merkels Worte, speziell ihre Aussagen zu den Themen Freihandel und Programmieren in der Schule, auch bei der Schweizer Delegation sehr gut an.
 
Japan als Vorbild für Technologie-Affinität
Europa, so Merkel weiter, sei allzu oft langsam bei der Digitalisierung. "28 Mitgliedsstaaten müssen sich natürlich einbringen", erklärte sie. "Aber wir spüren, dass auf der Welt das Tempo hoch ist und mit Japan haben wir einen Freund, der sich dieses hohe Tempo zu Nutzen macht." Europa und Deutschland könnten von Japan lernen, wie man Technologie offen gegenübertrete.
 
Japan ist das diesjährige Partnerland an der CeBIT und damit Nachfolger der Schweiz. Dieses Jahr ist die Schweizer Präsenz wieder deutlich geringer.
 
Shinzo
Nach der Schweiz kann sich dieses Jahr Japan als Hightech-Land präsentieren.
Abe hat eine Erklärung für das Tempo Japans bei der Digitalisierung. Japan fürchte sich nicht vor Technologien wie der künstlichen Intelligenz: "Dass die Maschinen die Menschen ersetzen könnten, eine derartige Angst gibt es in Japan nicht."
 
Die CeBIT will in diesem Jahr neue Technologien wie Roboter, künstliche Intelligenz oder Drohnen in konkreten Anwendungsbeispielen präsentieren. Zu der fünftägigen Veranstaltung mit über 3000 Ausstellern aus 70 Ländern werden ab Montag rund 200'000 Besucher erwartet. Aus Japan sind rund 120 Aussteller in Hannover vertreten. (hjm/sda)