Über 300 Cisco-Switches weisen kritische Lücken auf

Cisco hat in über 300 seiner Switch-Modelle eine kritische Schwachstelle entdeckt. In einer Warnung zählt der Netzwerkspezialist die betroffenen Geräte auf und klassifiziert die Lücke in seinem Common Vulnerability Scoring System. Das Resultat: 9,8 von 10 Punkten. Das heisst Angreifer können die Switches nicht nur neu starten, sondern aus der Ferne mit privilegierten Rechten schadhaften Code ausführen und so ganze Geräte kapern.
 
Das Problem liegt im sogenannten Cluster Management Protocol (CMP), das in Ciscos Betriebssystemen IOS und IOS-XE zur Anwendung kommt. Dieses Protokoll nutzt Telnet zur Kommunikation zwischen Geräten in einem Cluster. Dummerweise sei die Telnet-Kommunikation nicht auf das interne Netzwerk beschränkt, stattdessen sei es auch möglich, von aussen Verbindungen aufzubauen, schreibt Cisco. Angreifer könnten nun manipulierte Telnet-Anfragen an das CMP schicken, die von diesem akzeptiert würden.
 
Cisco hat einen Patch für die Lücke angekündigt. Bis diese aber veröffentlicht wird, empfiehlt der Konzern Telnet auf den entsprechenden Geräten auszuschalten und stattdessen SSH zu nutzen.
 
Bereits im letzten Herbst musste Cisco kritische Lücken in Switches publik machen. (ts)