Gewerkschaft: "In der Informatik gibt es Altersdiskriminierung"

Der Schweizerische Gewerkschaftsbund hat für den 'Blick' die Arbeitslosenzahlen der letzten beiden Jahre ausgewertet.
 
Eine Kernaussage: Die Arbeitslosigkeit sinkt zwar, doch immer mehr Arbeitnehmer über 55 haben keine Stelle. Diesen Februar lag die Arbeitslosigkeit bei den über 55-Jährigen laut der Gewerkschaftsanalyse um 4,3 Prozent höher als im Vorjahr.
 
Diese Entwicklung sei auch in der Informatik festzustellen: "Die Zahl der Arbeitslosen in den letzten zwei Jahren stieg um drei Prozent, die der älteren Semester um zwölf Prozent", so der 'Blick'.
 
Das hat laut Daniel Lampart, Chefökonom des Schweizerischen Gewerkschaftsbunds, System: "In dieser Branche haben wir schon lange ein Problem mit der Diskriminierung von Älteren", lässt er sich zitieren.
 
In dieser Klarheit wurde die Aussage unseres Wissens noch nie gemacht. In der Studie des Zürcher AWA "Arbeitsmarktfähigkeit arbeitsloser Informatiker 45plus" wird der Dachverband ICTswitzerland immerhin aufgefordert, er "sollte aktiv darauf hinwirken, dass Unternehmen allfällige HR-Filter auf eine indirekte Altersdiskriminierung hin überprüfen".
 
In der Studie wird das Fazit zum Thema "Altersdiskriminierung" vorsichtig gezogen: "Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass gewisse Unternehmen implizite oder explizite Filter verwenden, welche Personen über 45 Jahren schlechtere Chancen für ein Vorstellungsgespräch einräumen", heisst es da wörtlich. (mag)