Unternehmensregister des Bundes wird agil entwickelt

Das Betriebs- und Unternehmensregister (BUR) des Bundes enthält alle Betriebe und Unternehmen des öffentlichen Sektors, die ihren Sitz in der Schweiz haben. Die Anfänge des Registers reichen in die frühen 1980er Jahre zurück und nun wird es neu entwickelt. Am Projekt beteiligt sind das Bundesamt für Statistik (BFS) und das Bundesamt für Informatik (BIT), wie aus dem aktuellen 'Eisbrecher' hervorgeht. Für das Projekt habe man sich für ein agiles Vorgehen mit Scrum entschieden.
 
Das neue BUR soll von dem knapp 30-köpfigen Team etappenweise entwickelt werden und 2018 live gehen. Zwei technischen Herausforderungen würden im Projekt hervorstechen. Einerseits soll die Eingabemaske so realisiert werden, dass trotz der grossen Datenmengen die Applikation effizient genutzt werden könne. Andererseits gelte es, die bestehenden Daten in die neue Datenstruktur zu übernehmen und dabei Ungereimtheiten aufzudecken. "Bis Ende 2018 sind wir noch eine Weile unterwegs. Wir werden sicher noch das eine oder andere Mal etwas entdecken, was uns herausfordert. Das gehört dazu", wird Bertrand Loison, Abteilungschef Register im BFS, im 'Eisbrecher' zitiert.
 
Vor über 30 Jahren wurde das BUR in einer IBM-Hostumgebung entwickelt. Jahrelang, so der Bericht, habe es ohne Probleme funktioniert. 2001 wurde das Register einem Reengineering unterzogen und weitere 13 Jahre lang habe es seinen Zweck im BFS erfüllt. 2014 habe sich dann aber abgezeichnet, dass das BUR technologisch langsam veraltet und die Weiterentwicklung aufgrund der Vielzahl von Anpassungen, etwa durch Gesetzesänderungen, komplex und teuer wird. Daneben liess sich die seit 1982 angepasste Dokumentation nicht ohne weiteres weiter verwenden, aber eine komplette Neudokumentation wäre sehr aufwändig gewesen. Eine Studie von ELCA habe schliesslich 2014 den Erneuerungsbedarf aufgezeigt.
 
Das BUR umfasst über eine Million aktive Datensätze. Die Datenbank wird laufend aktualisiert – es gibt 400'000 Mutationen pro Jahr. Es dient dem BFS als Adressregister für die statistischen Erhebungen. Auch andere Ämter der Bundesverwaltung und zahlreiche Kantone verwenden das BUR zu statistischen oder administrativen Zwecken. 100 Nutzer zählt das BUR innerhalb des BFS und rund 2500 User greifen extern über das Web-Interface auf das Register zu. (kjo)