Informatikstudium wird immer beliebter

Hochschul-Absolventen der Informatik verdienen am meisten unter den MINT-Berufen.
 
Das Bundesamt für Statistik (BFS) hat die Erhebung "Studierende und Abschlüsse der Hochschulen in den MINT-Fächern" für das Jahr 2016 publiziert. Angesichts des in Fachkreisen vieldiskutierten Themas Fachkräftemangel dürfte die Publikation auf einiges Interesse stossen.
 
Die vorliegenden Zahlen würden zeigen, dass sich der Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) zunehmend grosser Beliebtheit erfreut, schreibt das BFS in der Publikation. Seit 2010/2011 haben diese Fächer laut Erhebung einen Zuwachs an Eintritten von 14 Prozent verzeichnen können, während sie in den übrigen Fächern um fünf Prozent gestiegen sind. Es handelt sich hierbei also um einen längerfristigen Trend, den auch schon ältere Erhebungen nachgewiesen haben.
 
MINT im allgemeinen und Informatik im besondern boomen
Informatik ist innerhalb der MINT-Fächer der Bereich, der das grösste Wachstum aufweist, wenngleich er vergleichsweise klein bleibt. Zwischen 2010 und 2015 stieg die Zahl der Studienanfänger im Fach Informatik um 42 Prozent auf 1800 Personen auf der Bachelorstufe. Auf Masterstufe zeigt sich ein noch klareres Bild: Die Zahl der Master-Beginner wuchs von 2010/2011 bis 2015 um fast 46 Prozent auf 474 Personen.
 
Im Studienjahr 2015/2016 waren knapp 69'000 Personen für ein MINT-Studium an einer Schweizer Hochschule angemeldet. Das sind 31,5 Prozent der insgesamt fast 219'000 immatrikulierten Personen. Unter den MINT-Fächern belegt die Informatik mit etwas weniger als 8800 Studierenden den letzten Rang, was allerdings angesichts der Vielfalt nur schon der Naturwissenschaften einfach zu erklären ist.
 
Leichterer Eintritt in die Arbeitswelt
Der Einstieg in die Arbeitswelt fällt den MINT-Absolventen etwas leichter als ihren Kollegen aus den anderen Fächern. Erstere wiesen 2011 ein Jahr nach Studienabschluss eine Erwerbslosenquote von 2,2 Prozent auf, letztere rund ein Prozent mehr. Obwohl die Arbeitslosigkeit in der Schweiz 2015 mit 4,5 Prozent etwas höher lag, sank die Erwerbslosenquote bei den 2010 diplomierten MINT-Absolventen auf 2,2 Prozent. Für Informatiker von der Uni betrugt sie ein Jahr nach Studienabschluss nur 0,9 Prozent, für jene der Fachhochschulen hingegen 2,6 Prozent. Fünf Jahre nach dem Hochschulabschluss kehrt sich das um und beträgt für Informatik-Absolventen der Uni 2,5 Prozent und für jene der Fachhochschulen 1,6 Prozent.
 
Einkommensunterschiede konnte das BFS zwischen MINT und Nicht-MINT-Absolventen ein Jahr nach Abschluss für das Jahr 2011 keine ausmachen. Das Salär betrug für beide durchschnittlich 77'300 Franken jährlich. Die Informatiker dürfen hier mit 83'200 Franken die höchsten Einkommen verbuchen. Fünf Jahre nach dem Studienabschluss stieg der Lohn der MINT-Absolventen um 18 Prozent auf 91'000 Franken, während die anderen Bereiche gar um 22 Prozent zulegten und die hier Angestellten 94'000 Franken nach Hause brachten. Auch fünf Jahre nach dem Studienabschluss haben die Informatiker die Nase vorn und erhalten mit 100'000 Franken das höchste Jahressalär.
 
Frauen im Informatikstudium
Während in den übrigen Fächern der Frauenanteil 58 Prozent betrug, belief er sich in den MINT-Fächern auf gerade mal 30 Prozent. Die Informatik ist diesbezüglich besonders stark aus dem Lot: Gerade mal 12 Prozent der Studierenden hier sind weiblichen Geschlechts.
 
Von den MINT-Fächern hat die Informatik mit 8,5 Prozent den tiefsten Anteil an Bildungsausländern auf Bachelorstufe, während sie auf Masterstufe mit 44,2 Prozent und bei den Doktoranden mit 75,3 Prozent den Spitzenplatz belegt. (ts)