Bundesamt aktualisiert Digitalisierungsstatistik

Grafik: BFS
Schweiz belegt internationalen Spitzenplatz beim Breitband und fast jeder hat Smartphone und PC.
 
Auch das Bundesamt für Statistik (BFS) anerkennt die Auswirkungen der Digitalisierung und schreibt heute in seinem Newsletter: "Die soziale und wirtschaftliche Bedeutung des Internets und der digitalen Technologien nimmt zu. Die Indikatoren zur Informationsgesellschaft dokumentieren und messen verschiedene Aspekte dieser Entwicklung". Um diesen Entwicklungen gerecht zu werden, hat das BFS seine Indikatoren aktualisiert, die dafür sorgen sollen, dass man die Fortschritte statistisch mitverfolgen kann.
 
Glasfaser ist am Kommen
Laut BFS belegte die Schweiz im Juni 2016 den europäischen Spitzenplatz bei den Abonnenten von Breitbandanschlüssen, also bei Verbindungen die Übertragungsraten von über 256 Kbit/s erlauben. 51,4 Prozent der Bevölkerung hatte einen entsprechenden DSL-, Kabelmodem-, Glasfaser- oder anderen Breitbandanschluss. Das entspricht 4,3 Millionen Abonnements. DSL ist seit 2012 rückläufig, während Kabelmodem und Glasfaser zulegen konnten – zweiteres stärker.
 
Erstmals hat das Bundesamt Zahlen für die Glasfaser-Verbindungen veröffentlicht: Im Juni 2016 machten sie 18,8 Prozent der Breitband-Verbindungen aus, was 9,7 Glasfaser-Anschlüsse pro 100 Einwohner entspricht.
 
Pro 100 Einwohnern erlaubten zudem im selben Zeitraum 101,2 Verträge Breitbandzugriff auf das Mobilnetz. 64 Prozent der Internetnutzer benutzten ein Smartphone zum Surfen ausserhalb des privaten Heims und des Arbeitsplatzes. 28 Prozent griffen zudem ausser Haus mit Laptop oder Tablet auf das Internet zu.
 
Mehrheit nutzt E-Banking
Dem guten Netzzugang entspricht auch die private Internetnutzung 2016, die vom BFS detailliert erhoben wurde: Rund 88 Prozent der Bevölkerung nutzten das Internet mindestens einmal in der Woche. Von den 14- bis 39-Jährigen waren fast 98 mehrmals pro Woche online. Bei den 40- bis 49-Jährigen sind es noch fast 94 Prozent, dann nimmt die Zahl merklich ab, wobei von den über 70-Jährigen noch 45 Prozent zu diesem engeren Nutzerkreis zu zählen sind.
 
Bezüglich IKT-Ausstattung der Haushalte wurden Zahlen für das Jahr 2014 veröffentlicht: Ganz unten auf der Skala findet man Digitale Agenden, Faxgeräte, Satellitenempfangsgeräte und Videokameras. Dagegen belegen Smartphone, Fernseher, Computer, Drucker und Laptop wenig überraschend die Spitzenplätze. 2015 waren 88,4 Prozent aller Haushalte mit einem PC ausgestattet.
 
2014 haben 62 Prozent der zwischen 16 und 74 Jahre alten Bevölkerung online eingekauft, während es 2008 noch 37 Prozent waren. Bei den verschiedenen Einkäufen wurden folgende Bezahlmethoden gewählt: 78 Prozent mit der Kreditkarte, 53 Prozent konventionell, 51 Prozent per E-Banking und 27 Prozent mittels Prepaid-Konto. 16 Prozent haben im selben Zeitraum Verkäufe online abgewickelt.
 
54 Prozent derselben Gruppe haben 2014 E-Banking genutzt. Hierfür gibt es keine Vergleichsjahre. Man kann aber die Bezahlungen über E-Banking abgleichen: 2004 nutzten noch 21 Prozent der Bevölkerung diese Methode, während es 2014 schon 49 Prozent waren.
 
Weitere IKT-Indikatoren wurden aktualisiert
Neben diesen Consumer-Bereichen wurden vom BFS im Verwaltungsbereich die Indikatoren zur Bekämpfung der Internetkriminalität und Open Government Data aktualisiert: Erstere umfassen einfach die an die Fedpol übermittelten Meldungen. Zweitere zählen und kategorisieren die auf opendata.swiss zugänglichen Daten.
 
Auch die Indikatoren und Zahlen zu den IKT-Ausbildungen wurden angepasst. Des Weiteren wurden Zahlen zu Aufwendungen und zu Subventionen von Forschung und Entwicklung sowie zu IKT-Patenten aktualisiert. Ebenfalls die IKT-Investitionen Wirtschaft, IKT-Aussenhandel und die IKT-Spezialisten.
 
Das Bundesamt stellt alle Indikatoren auf seiner Homepage zur Verfügung. Der Pfad ist ein wenig kompliziert: Man wählt den jeweiligen Indikator, dann den Reiter "Tabellen" und klickt in diesem auf den Link. Nun wählt man "Download der Tabelle" und erhält ein Excel-File in dem die neusten Zahlen erfasst sind, wie auch die Aktualisierungen kenntlich gemacht wurden. (ts)