Gever bleibt unter genauer Beobachtung

Die Finanzdelegation der eidgenössischen Räte (FinDel) ist froh, dass die Arbeiten an Gever nach einer langen Blockade wieder aufgenommen werden konnten. Dies schreibt sie in einem Bericht. Seit rund vier Jahren verfolge die FinDel das Projekt zur Einführung des neuen Systems zur elektronische Geschäftsverwaltung (Gever).
 
Wir erinnern uns: Der Bund hatte schon 2012 die Beschaffung einer neuen Gever-Plattform ausgeschrieben. Der bisherige Hauptlieferant Fabasoft verlor den Auftrag und ABF mit iGeko und Rubicon mit ActaNova haben sich durchgesetzt. Fabasoft erhob gegen die Vergabe Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Dieses benötigte über ein Jahr und wies die Beschwerde Mitte 2016 ab. Im September konnten die blockierten Projektarbeiten wieder aufgenommen werden unt Atos teilte kurz darauf mit, dass man nun mit der Einführung der Gever-Lösung beim Bund beginne.
 
Während der Blockade habe man eine umfassende Neuplanung des Projekts durchgeführt, schreibt die FinDel. Der ursprünglich geplante Endtermin könne aber definitiv nicht eingehalten werden. Die Verantwortlichen rechnen nach der Neuplanung mit einer Verzögerung von 15 Monaten. Die damit entstehenden Mehrkosten werden auf 1,6 Millionen Franken geschätzt – ein Betrag der durch die Reserven abgefangen werden könne. Ende 2018 sollen alle bisherigen Lösungen abgelöst sein.
 
Da sich alle Departemente für die gleiche Lösung, nämlich ActaNova, entschieden haben haben nicht zwei Produkte eingeführt werden müssen, werde die Einführung 32 Millionen Franken günstiger. Die Betriebskosten würden sich um jährlich etwa sieben Millionen Franken reduzieren, geht aus dem Bericht hervor.
 
Die FinDel plant die Gever-Einführung weiterhin aufmerksam zu verfolgen. Denn die Erfahrung habe gezeigt, dass solch komplexe Projekte aufgrund der vielen Beteiligten und der zahllosen Schnittstellen erhebliche Risiken aufweisen. Auch stellte die Finanzdelegation 2015 fest, dass einzelne Ämter mit organisatorischen Vorbereitungsarbeiten in Rückstand geraten waren. Dies habe auf Führungsprobleme in einzelnen Departementen hingewiesen. Das Augenmerk werde deshalb auf eine präzise Planung, ein wirkungsvolles Controlling und ein aussagekräftiges Reporting gelegt. (kjo)