KTI/Innosuisse will Wettbewerb unter Startup-Coaches stärken

Sobald die staatliche Förderagentur Kommission für Technologie und Innovation (KTI) zu Innosuisse wird, wird auch die Beziehung zu Coaches und Startups neu geregelt. Die wichtigste Änderung sei, so sagte Dominique Gruhl-Bégin, Head of Start-up and Entrepreneurship bei KTI/Innosuisse, dem 'Startupticker': Innosuisse werde ab 2018 eine viel engere Beziehung mit den Startups pflegen.
 
Das zeigt sich unter anderem darin, dass Startups im Coaching-Programm von Innosuisse künftig einen Gutschein erhalten, mit welchem sie unter anderem Coaches selbst buchen können. "Gestützt auf die am 1. Januar 2018 in Kraft tretende neue Bestimmung können die gecoachten Start-ups künftig aus einem Pool von Coaches, die sich in einem Auswahlverfahren von Innosuisse für diese Aufgabe qualifiziert haben, auswählen", präzisiert KTI-Sprecherin Eliane Kersten auf Anfrage von inside-it.ch.
 
Was steckt dahinter? "Damit wird das Wettbewerbselement unter den Coaches gestärkt und die Startups können verstärkt nach ihren eigenen Bedürfnissen entscheiden, übernehmen dafür aber auch mehr Verantwortung für ihr eigenes Vorankommen", so Kersten.
 
Was ändert sich mit dem Voucher konkret? "Die unterstützte Leistung wird zwischen Innosuisse und dem Startup definiert und dementsprechend wird der Voucher ausgestellt. Es ist davon auszugehen, dass die Leistungsinhalte im Grossen und Ganzen ähnlich sein werden wie heute. Die einzelnen Details müssen aber erst noch geregelt werden."
 
"Sie tragen das unternehmerische Risiko"
Die KTI-Coaches und ihre Rolle sind seit längerem ein Thema. Die EFK monierte 2014, dass Coaches in der Vergangenheit nicht ordentlich ausgeschrieben, sondern in einem intransparenten Verfahren rekrutiert wurden. Und auch heute wird in der Szene hinter vorgehaltener Hand gelästert, manche seien branchenfremd oder hielten sehr lange an den Mandaten fest.
 
Diese Zeiten könnten mit Innosuisse der Vergangenheit angehören. Denn künftig ändert sich auch die Coach-Rolle, so die Sprecherin: "Sie werden mehr als Unternehmer dem Wettbewerb ausgesetzt und tragen das unternehmerische Risiko".
 
Die Kriterien zur Auswahl künftiger Coaches sind noch unklar. "Das Anforderungsprofil der Coaches wird in der Beitragsverordnung definiert, die vom Verwaltungsrat erlassen und vom Bundesrat genehmigt wird. Detailangaben dazu können zum jetzigen Zeitpunkt keine gemacht werden", antwortet Kersten.
 
Auch ein Aspekt, der gelegentlich moniert wurde, ist noch nicht geklärt: Die Frage, ob sich Coaches an ihren Startups beteiligen dürfen. "Auch diese Frage wird in der Beitragsverordnung zu regeln sein."
 
Es gibt also noch viel Diskussionsbedarf. Schliesslich wollen alle Beteiligten ein Ziel erreichen: mit den Innovationen möglichst schnell an den Markt kommen. (Marcel Gamma)