Docker packt nun auch Legacy-Applikationen in Container

Und zwar mit Erfolgsgarantie.
 
Docker hat an der DockerCon-Konferenz in San Francisco zusammen mit den Partnern Avanade, Cisco, HPE und Microsoft den neuen Service "Modernize Traditional Applications Program" (MTA) angekündigt. Das Servicepaket soll es möglich machen, traditionelle, beziehungsweise Legacy-Applikationen in Container zu verpacken, ohne dafür ihren Code anpassen zu müssen.
Auch eine aufwendige Auftrennung einer Applikation in Microservices sei nicht nötig, erklärte der Docker COO Scott Johnston gegenüber 'TechCrunch'. Und Docker gibt sogar eine Erfolgsgarantie, wenn eine Applikation angepackt wird.
 
Die Containerisierung soll es ermöglichen, die Applikationen auf modernen Infrastrukturen, insbesondere auch Cloud-Plattformen, betreiben zu können und damit die Betriebskosten zu senken. Zudem sollen Wartungskosten sinken und die Sicherheit erhöht werden. Das Programm besteht aus Services, der Docker Enterprise Edition (EE) Standard sowie hybrider Cloud-Infrastruktur der Partner.
 
Erfolgsgarantie nur für geeignete Kandidaten
Allerdings gibt es einige Einschränkungen dafür, welche Applikationen dafür in Frage kommen. Bei den in Grossunternehmen vorhandenen Legacy-Applikationen handelt es sich oft um Programme, die in Sprachen wie Cobol für Mainframes geschrieben wurden. Docker spricht aber nur von "traditionellen" Applikationen für Linux oder Windows, die man nun containerisieren könne.
 
Auch von diesen Applikationen sind aber offenbar nicht alle zur Verpackung in Docker-Container geeignet. Docker habe herausgefunden, dass gewisse Programme sehr einfach portiert werden könnten, so 'TechCrunch', und wolle in diesen Fällen auch eine Erfolgsgarantie geben. Andere Applikationen seien dagegen keine guten Kandidaten. Darüber, was die Kriterien für einen guten Kandidaten sein könnten, fanden wir keine weiteren Informationen bei Docker, 'TechCrunch' oder in anderen Medienberichten.
 
Dadurch lässt sich schwer beurteilen, ob eine grosse Mehrheit oder eher eine kleine Minderheit der real existierenden Applikationen so containerisiert werden könnten. Scott Johnstons Kommentar gegenüber 'TechCrunch' tönt in dieser Beziehung eher defensiv: "Was ich sagen würde ist, dass eine Enterprise-Applikationslandschaft Tausende von Applikationen umfassen kann, und es immer etwas gibt, das unseren Kriterien entspricht. Da sind wir uns ziemlich sicher." (Hans Jörg Maron)