"Zug wird für Blockchain immer wichtiger werden"

Carlos Creus Moreira (Foto: Linkedin)
Wisekey eröffnet ein Testlabor in Zug und CEO Carlos Creus Moreira erklärt warum.
 
Das "Crypto Valley Zug" erhält Zuzug: Die bereits in Zug beheimatete, börsenkotierte Security-Firma Wisekey baut dort ein "IoT Blockchain Center of Excellence" auf. Dies schreibt Wisekey in einer Mitteilung.
 
Das Ziel sei, in Zug eine "Trusted Blockchain as a Service"-Plattform zu entwickeln. Konkret heisst dies, man testet neue Technologien in Zug, sowohl eigene, als auch solche von Blockchain-IOT-Startups.
 
Dabei legt Wisekey das Schwergewicht auf Schweizer Firmen, erklärt Mitgründer und CEO Carlos Creus Moreira inside-it.ch auf Anfrage. "Wir wollen mit Zuger Start-up-Unternehmen, Fintech-Inkubatoren, Wissenschaftern und den Behörden zusammenarbeiten", sagt Moreira. Man sei natürlich auch für andere offen, führt er weiter aus.
 
Im Fokus stehen Proof of Concepts, aber auch Policies und sogar Unterrichtsmaterial kann man sich vorstellen.
 
Die Idee sei vergleichbar mit IBMs Hyperledger Fabric-Konzept. Eines der Herzstücke ist dabei OISTE-WISeKey Cryptographic Root of Trust. Die Grundlage, der Root-Key, ein Verschlüsselungsalgorithmus, werde seit 1999 von 2,6 Milliarden Desktops, Browser, Mobile Devices, SSL-Zertifikaten und IoT-Geräten genutzt. Seit man den französischen Chip-Hersteller Vault IC übernahm, kann die Technologie auch in Halbleiter integriert werden und ermöglicht es Wisekey, sich im IoT-Business zu verankern. Und dort sieht man grosses Potenzial.
 
Zug als idealer Standort
Man werde, so Moreira, zu Beginn 15 bis 20 Experten aus unterschiedlichen Wisekey-Standorten in Frankreich und St. Gallen in Zug zusammenziehen und rekrutiere für das Center weitere Fachleute.
 
Die Kleinstadt Zug sei der ideale Standort für Blockchain, da schon viele Firmen oder auch die Ethereum-Stiftung präsent seien und die Regierung die Technologie unterstütze. Er sieht die Möglichkeit in Zug mit Bitcoins zu bezahlen, als weiteren grossen Pluspunkt. Ebenso zählt er die Standort-Initiative "Digitalswitzerland" dazu.
 
Immer stärker versucht Zug, sich als "Crypto Valley" zu positionieren, und dies stimmt den Wiskey-CEO positiv: "Die Region Zug wird in den nächsten drei bis fünf Jahren von grosser strategischer internationaler Bedeutung werden", glaubt Moreira. "Wir wollen präsent sein, wo Leading-Edge-Lösungen entstehen."
 
Auch weitere Akquisitionen fasst der Wisekey-CEO ins Auge. "Wir werden gross investieren. Wir haben 2017 bereits 60 Millionen Franken investiert und wollen weiter wachsen".
 
Die Eröffnung des Zuger Centers folgt einer deutlichen, globalen Strategie: Für Q3 2017 hatte Wisekey vor kurzem angekündigt, ein ähnliches IoT Blockchain Centre of Excellence in New York zu eröffnen. Dort stehen Forschung, Rapid Pilot Prototyping sowie die Kreation von Use Cases im Zentrum. In Ruanda soll eines für den afrikanischen Markt entstehen und eines in Buenos Aires soll als Hub für Argentinien dienen.
 
Mit dem Investment in Centers wie Zug suche Wisekey keinen direkten ROI, sagt Moreira: "Was dort entwickelt und getestet werde, kommt allen Wisekey-Lösungen zu gute". (Marcel Gamma)