Schweizer Post erneuert ERP mit S/4HANA

Um die derzeit laufenden elf SAP ERP R/3 Systeme auch nach Auslaufen der Wartung im Jahr 2025 weiterbetreiben zu können, setzt die Schweizer Post künftig auf die Business Suite S/4HANA. Wie der freihändigen Vergabe zu entnehmen ist, hat sich SAP Schweiz einen vier Jahre laufenden Auftrag für eine "geschätzte Vergütung" von insgesamt knapp 6,7 Millionen Franken gesichert, um die ERP-Systeme fit für die Zeit nach 2025 zu machen.
 
SAP hat bekanntlich im letzten Jahr begonnen R/3-Umsteiger mit äusserst lukrativen Lizenzpreisen – lächerliche 9000 Euro – für die neue Business-Suite zu ködern. Im Jahr 2015 war der Umstieg sogar noch kostenlos. Welche Rolle der Preis bei der Schweizer Post gespielt hat und warum kein SAP-Partner zum Zuge kam, war beim Gelben Riesen bis Redaktionsschluss nicht zu erfahren. Auch bei SAP Schweiz konnte noch nicht in Erfahrung gebracht werden, wer denn ausser der Post respektive wie viele Unternehmen hierzulande überhaupt schon auf S/4 HANA setzen.
 
Laut Zuschlag sind jedenfalls "im Sinne des Investitionsschutzes in die bisherigen erworbenen Softwarelizenzen und dem angeeignetem Fach-Know-How aus technischen und wirtschaftlichen Gründen zwingend allfällige Folgereleases von SAP S/4HANA inklusive Add-Ons sowie damit zusammenhängende Wartungsleistungen" bei SAP zu beschaffen.
 
Laut der Post ist die SAP-Systemlandschaft über die letzten 17 Jahre kontinuierlich weiterentwickelt und ausgeweitet worden. So würden heute mehr als 35'000 Mitarbeiter gelegentlich oder permanent mit SAP arbeiten, wobei über 100 Mitarbeiter die Entwicklung und den Betrieb der Software sicherstellen. Bekannt ist, dass der Post das hauseigene Team zudem bei weitem nicht ausreicht, so wurden etwa im letzten September zehn Personalverleiher ermittelt, die SAP-Spezialisten zur Verfügung stellen können. (vri)