Google bekräftigt: Wir demonstrieren Quantenvorherrschaft noch dieses Jahr

John Martinis, der Chef von Googles Quantenforschungsteam, ist äusserst zuversichtlich, dass sein Team den schon letztes Jahr bekannt gewordenen Zeitplan einhalten kann: Noch vor Ende dieses Jahres soll ein funktionierender Quantencomputer mit mindestens 49 Qubits gebaut werden. Dieser soll dann die "Quantum Supremacy" demonstrieren. Das heisst, dass er bei mindestens einem spezifischen Rechenproblem auch den schnellsten konventionellen Supercomputern überlegen sein soll.
 
Gleichzeitig würde damit auch Google selbst eine Art Quantenvorherrschaft erringen. So wie es gegenwärtig scheint, sind Konkurrenten wie Microsoft und IBM sowie auch staatliche Forschungseinrichtungen weltweit noch weit von einem solchen Ziel entfernt.
 
Martinis stützt seine Zuversicht darauf, dass sein Team anscheinend einen funktionierenden 6-Qubit-Chip gebaut hat, wie 'MIT Technology Review' berichtet. Dessen Design, so Martinis, lasse sich nun vergleichsweise einfach skalieren. Bereits seien Designs für 30 bis 50 Qubits in Arbeit.
 
Qubits sind die zentralen Recheneinheiten für Quantencomputer. Allgemein herrscht unter Experten die Meinung, dass es etwa 49 oder 50 Qubits in einer "Quanten-CPU" braucht, um die Überlegenheit von Quantencomputern demonstrieren zu können. Um dieses Ziel schnell zu erreichen, verzichtet das Google-Team allerdings auf einige Features, ohne die zukünftige Quantencomputer für den produktiven Einsatz kaum werden auskommen können. Dazu gehört unter anderem eine robuste Fehlerkorrektur. (hjm)