VBS: Es zeichnet sich eine Verzögerung beim RZ-Bau ab

Das VBS hat heute mit einem Bericht (PDF) über seine Top-Projekte und deren Probleme informiert. Das Departement hält in einer Mitteilung fest, dass "die Projekte des VBS grossmehrheitlich auf Kurs" seien. Es sei aber Aufmerksamkeit auf allen Stufen gefragt.
 
Auch bei den ICT-Projekten wie der Erneuerung der Telekommunikation oder des Führungsnetzes Schweiz sieht das VBS "wenige Risiken". Allerdings nennt das VBS fehlende Personalressourcen, insbesondere IT-Spezialisten, als grösste Gefahr für viele Projekte.
 
Beim Integrierten Funkaufklärungs- und Sendesystem (IFASS) seien Softwarepakete bei unterschiedlichem Migrationsstand nicht kompatibel. Dadurch sei für begrenzte Zeit nicht garantiert, dass die Systeme im Verbund eingesetzt werden könnten. Das Projekt sei aber auf Kurs.
 
Beim Bau des Campus-RZ, das bis 2020 in Betrieb sein soll, rechnet das VBS aber mit Verzögerungen.
 
RZs: Personal ist ebenfalls knapp
Der Bundesrat hatte 2014 beschlossen vier RZs zu bauen beziehungsweise zu modernisieren. Zwei der Rechenzentren namens Fundament und Kastro2 sollen für rein militärische Zwecke genutzt werden und 2021 betriebsfertig sein. Das RZ Campus soll militärisch und zivil genutzt werden und 2020 in Betrieb genommen werden.
 
Bisher sind rund 90 Millionen in den Bau des Projekts "RZ VBS / Bund 2020" geflossen. Die Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK) hat die Fortschritte im August in Augenschein genommen und Empfehlungen ausgesprochen etwa zur Verhinderung von Doppelspurigkeit, zur Erstellung eines Konzepts Vorgaben, Steuerung und Betriebsmodell sowie zur Zentralisierung und Definition der Systeme. Auch die Finanzdelegation der Räte (FinDel) hat sich das Projekt angesehen und vermerkte Ende März: "Trend negativ".
 
Im aktuellen VBS-Bericht wird das Projekt wie folgt klassifiziert: Qualität entspricht der Planung, Finanzen entsprechen der Planung, Personal ist knapp, Zeit ist knapp. Das Departement hält fest: "Im Projekt Campus zeichnet sich eine zeitliche Verzögerung ab, da im Terminplan keine Reserve enthalten ist und die notwendigen Baufreigabedokumente noch ausstehend sind."
 
Risiken: Qualität, Sicherheit und Finanzmittel
Zudem sind im Bericht Hauptrisiken definiert: Mangelnde Qualität bei Lieferungen, unzureichende Verfügung von Finanzmitteln, unrealistische Terminvorgaben, ungelöste Sicherheitsprobleme sowie Veränderungen im Projektumfeld. Auf Anfrage von inside-it.ch sagte das VBS, dass das Budget der RZs Teil des Gesamtbudgets des VBS ausmachen. Man sei sowohl von externen Zulieferern als auch von der finanziellen Entwicklung andere Projekte abhängig. Welcher Natur die Sicherheitsprobleme sind, konnte das Departement nicht sagen.
 
Den Risiken will das VBS unter anderem mittels externer Spezialisten, Kostenoptimierung, Priorisierung innerhalb der Einzelprojekte sowie Koordination mit dem übergeordneten Programm entgegenwirken. (ts)