Nationalrätliche Kommission will "Informatik-Offensive"

"Informatik-Offensive" ist die Motion übertitelt, welche die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur des Nationalrats letzten Freitag einreichte. Die Mehrheit will, dass der Bundesrat im Volksschulbereich und der Sekundarstufe II ein Programm für Lehrer und Schüler lanciert, welches der MINT-Förderung (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) vergleichbar sei. So der Motionstext.
 
Das Ziel: "Schüler jeglichen Alters sollen nebst den Userqualitäten auch lernen, was hinter den Bildschirmen steckt. Ziel muss es sein, dass Kinder lernen, selbst Lösungsstrategien zu entwickeln, Computer zu programmieren, Programme auf ihre Tauglichkeit zu überprüfen und so erfahren, dass die Digitalisierung nicht nur Konsumentinnen und Konsumenten sondern auch Produzentinnen und Produzenten braucht."
 
In einer Kurzdebatte soll der Nationalrat die Motion behandeln, ein Termin dafür steht noch nicht fest.
 
Es ist ein weiterer Schritt der Kommission, das Thema Informatik im Unterricht gesamtschweizerisch zu fördern. An einer der letzten Sitzungen hatte die Kommission schon festgehalten, dass in diesem Bereich grosse Unterschiede zwischen den Regionen bestehen, "namentlich zwischen dem Lehrplan 21 und dem Plan 'd’études romands'". Die Mehrheit fordert in einer Medienmitteilung vom letzten Februar die Harmonisierung der Lehrpläne und will den Lehrplan 21 auch in der Romandie und dem Tessin verankern. Dieser adressiert bislang nur die Deutschschweiz.
 
Zu der Mehrheit der Befürworter aus allen Parteien zählen in der ICT-Branche bekanntere Namen wie Fathi Derder (Vorstand digitalswitzerland), Hans-Ulrich Bigler (Direktor Schweizerischer Gewerbeverband) oder Kathy Riklin (Vorstand SwissICT).
 
Eine Kommissionsminderheit lehnt die Motion ab. Darunter finden sich nur SVP-Vertreter. Bemerkenswert: Unter den Ablehnenden ist auch SVP-Nationalrat Mauro Tuena, der seinen Beruf als "Computer-Techniker" bezeichnet und die eigene Website offenbar seit seinem Wahlkampf 2015 nicht mehr aktualisierte. (Marcel Gamma)