"Hypi" Lenzburg öffnet sich für Fintechs

Als erste Bank in der Schweiz öffnet die Hypi Lenzburg ihr Kernbankensystem für Fintechs.
 
Die Hypothekarbank Lenzburg macht ihr Kernbankensystem Finstar zu einer offenen Plattform: Sie bietet künftig APIs für Fintechs, wie das Finanzinstitut heute mitteilt. Mit dem Open-API-Layer macht die Bank Daten und Services rund um Konten, Depots und andere Prozesse für Fintech-Angebote von Drittanbietern nutzbar.
 
Die Hypi, kürzlich als "digitalste Bank der Schweiz" ausgezeichnet, ist das erste Finanzinstitut in der Schweiz, das bekannt gibt, solche Schnittstellen für Drittanbieter zur Verfügung zu stellen. Kunden sollen von "innovativen" Produkten profitieren können, heisst es in der Mitteilung.
 
"Der Aufbau der offenen Plattform steht noch am Anfang", so CEO Marianne Wildi, "Mit Qontis, Advanon, Finform, EdgeLab, CreditGate24, Payrexx und Datalizard haben wir aber schon einige spannende Fintech-Kooperationen am Laufen, die auch im neuen digitalen Ecosystem Eingang finden sollen."
 
Die Schnittstelle stammt vom Unternehmen NDGIT mit Hauptsitz in München. Eine entsprechende Vereinbarung sei unterzeichnet und die technische Umsetzung bei der Hypi soll bis Ende Mai abgeschlossen sein. Dann soll Finstar als offene Bankplattform nutzbar sein. Nach Absprache, so die Mitteilung, können dann "ausgewählte digitale Partnerunternehmen" aus der Fintech-Branche ihre Funktionen an das Finstar-System anbinden.
 
APIs als europäischer Standard
Die API-Plattform von NDGIT ermöglicht es Banken laut Mitteilung, sich für Partner mit Open-Banking-APIs und PSD2-Lösungen zu öffnen. Bei PSD2 handelt es sich um die neue Zahlungsdienstrichtlinie der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde. Sie trat 2016 in Kraft und muss von den Mitgliedsstaaten bis 2018 umgesetzt werden. PSD2 verlangt unter anderem, dass Banken Schnittstellen für Drittparteien und damit Kontozugriff schaffen, sodass diese am Zahlungsverkehr teilnehmen können. (kjo)