Solothurn: Zusatzkredit für Schulverwaltungs-Software bewilligt

Das Solothurner Kantonsparlament hat heute einen Zusatzkredit von 175'000 Franken für die neue Schulverwaltungs-Software bewilligt. Der Entscheid wurde ohne Gegenstimmen gefasst.
 
Der Kantonsrat hatte 2014 für das Projekt "Ersatzbeschaffung kantonale Schulverwaltungs-Software 2,25 Millionen Franken bewilligt. Dieser Kredit reicht jedoch nicht aus. Nach einer dreimonatigen Testphase und der Einführung in den Kantonsschulen Solothurn und Olten hatte sich gezeigt, dass der ursprüngliche Fahrplan nicht eingehalten werden kann, ohne den Erfolg des Projekts zu gefährden, wie der Regierungsrat in seiner Botschaft feststellte.
 
Die Projektleitung legte deshalb 2016 einen neuen Umsetzungsplan in zwei Staffeln vor. Das führte jedoch zu Verzögerungen und Mehrkosten. Ein Drittel entfalle auf zusätzliche Schulungen, ein weiteres Drittel auf die zusätzliche Staffelung und ein Drittel auf zusätzliche Projektanforderungen, sagte der Sprecher der Finanzkommission Walter Gurtner (SVP, Däniken).
 
Vorlage zur Software-Beschaffung "dürftig"
Der Zusatzkredit wurde im Rat nicht grundsätzlich in Frage gestellt. Im Verhältnis zum Gesamtkredit sei dieser zwar "happig", sagte Felix Wettstein (Grüne, Olten). Das Vorgehen mit einem Zusatzkredit sei jedoch korrekt. Nach Urs von Lerber (SP, Luterbrach) zeigt der Zusatzkredit Mängel des Ausschreibungsverfahren auf. Schon die Vorlage zur Softwarebeschaffung im Jahre 2014 sei dürftig gewesen.
 
Finanzdirektor Roland Heim (CVP) räumte ein, dass der Umsetzungsplan "sehr sportlich" gewesen sei. Man habe gewusst, dass er einige Risiken beinhalte. "Der Fehler war, dass wir keine genügende Reserve eingebaut haben."
 
Projektabschluss im Herbst
In den Schulen, in denen die Software bereits eingeführt ist, seien die Reaktionen positiv, betonte Heim. "Wir gehen davon aus, dass das Projekt im kommenden Herbst abgeschlossen werden kann.
 
Die neue Software wird in der Schulverwaltung der Sekundarstufe I/P, Sekundarstufe II und Tertiärstufe B (Berufsfachschulen, der Kantonsschulen und Weiterbildung) eingesetzt. Die Schulen sollen das System auch als Kommunikations-Plattform, für E-Learning sowie als Lehrkräfteplattform mit Noteneingaben und Absenzen nutzen. (sda/kjo)