Swico-GV: Harmonie, Häppchen und Kritik

Andreas Knöpfli, Swico-Präsident an der GV
Die GV des Swico begann mit Kritik. Der Präsident des Anbieter-Verbands, Andreas Knöpfli, konstatierte in seiner Rede, das Parlament habe noch immer grosse Mühe, Informatik und Digitalisierung zu verstehen. Speziell kritisierte er, die Volksvertreter könnten technische und betriebswirtschaftliche Zusammenhänge nicht richtig einordnen. Entsprechend schädlich seien die wirtschaftlichen, aber teilweise auch staatspolitischen Konsequenzen.
 
Aktuell fallen in die Liga "Missverständnisse" der Vorentwurf zu einem neuen Datenschutzgesetz, der vielen Firmen die Zornesröte ins Gesicht treibt oder noch treiben wird.
 
Zudem gibt auch das Beschaffungswesen zu Protest Anlass, aber nicht nur die geplante Intransparenz oder der Umgang mit Freihändern. "Ich habe mindestens zehn Kritikpunkte", sagte Knöpfli.
 
Man muss kein Prophet sein, um zu prognostizieren, dass mit der E-ID, wie sie vom Bundesrat angedacht ist, schon bald ganz Bundesbern mit Protesten der ICT-Branche zu rechnen hat.
 
Nicht zuletzt wird vom Swico auch der Aufruf "Informatik macht Schule" an die Erziehungsdirektoren mitgetragen. Von den dafür ebenfalls zuständigen Politikern war aber einzig Nationalrätin Kathy Riklin anwesend, welche gegenüber inside-it.ch keine Prognose wagte, was den geplanten Informatikunterricht in der Realität betrifft. Und schon gar nicht, was die eigentlich nötige Harmonisierung mit den Romands angeht.
 
100 Prozent Zustimmung
Doch an den Rednerpulten wurde Zuversicht verbreitet, man verstehe die ICT in Bern immer besser. Nach den anschliessenden Gesprächen beim Apero müsste man präzisierend sagen: "Sie verstehen es immer besser, aber auf tiefem Niveau".
 
In Zahlen zeigte man sich beim Swico zufrieden, neu zählt der Verband 475 Firmenmitglieder, ein Zuwachs von 45. Entsprechend stiegen die Mitgliederbeiträge um neun Prozent. Detailliertere Zahlen, wie beispielsweise eine Bilanz, eine Erfolgsrechnung oder ein Budget wurden nicht gezeigt. Und das ist offenbar auch nicht nötig: Alle Traktanden gingen bei den zirka 70 stimmberechtigen Mitgliedern mit 100 Prozent Zustimmung durch, darunter ein mehr oder minder unverändertes Budget. Nur bei einem Traktandum hielt einer den gelben Zettel in die Höhe, zog seine Hand aber sofort wieder ein. "Sorry, war ein Versehen!"
 
So kommt einem als GV-Bilanz nur "Harmonie", "Nordkorea" sowie "Level 5-Trust" in den Sinn. Zum Glück gibt es Politiker und Apero-Häppchen, sonst könnte man gleich daheim bleiben. (Marcel Gamma)