Migration auf Win-10-Arbeitsplätze beim Bund "auf Kurs"

Bis zu 5000 Anwendungen müssen wegen der Migration auf Win 10 getestet werden; Dies könnte noch systematischer ablaufen, findet die Finanzkontrolle.
 
Gegenwärtig basieren die PC-Arbeitsplätze der Bundesverwaltung auf Windows 7. Da der Support 2019 ausläuft, will der Bund bis 2020 neue Arbeitsplätze einführen. Das Projekt "APS2020", mit dem bis im ersten Quartal 2019 40'000 Arbeitsplätze mit Windows 10 und Office 2016 ausgestattet werden sollen, wird als IKT-Schlüsselprojekt geführt. Als solches wird es regelmässig von der Eidgenössischen Finanzkontrolle (EFK) überprüft.
 
In ihrem aktuellen Bericht sieht die EFK das Programm APS2020, das unter der Führung des Informatiksteuerungsorgans des Bundes (ISB) steht, grundsätzlich auf Kurs. Auch die Risiken für das Programm werden vom ISB als moderat bewertet.
 
Der Gesamtaufwand von APS2020 beläuft sich auf 89 Millionen Franken für interne und externe Leistungen. Die Finanzierung erfolgt über einen Verpflichtungskredit über 70 Millionen Franken sowie Eigenleistungen von 19 Millionen Franken. In diesem Betrag nicht enthalten sind die Lifecycle-Kosten und Anpassungen der Fachanwendungen. Interne Leistungserbringer sind das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT), der IT-Dienstleister des VBS (FUB) sowie die Informatik des Eidgenössischen Departements für auswärtige
Angelegenheiten (EDA).
 
Die Koordination des Programms mit anderen Grossvorhaben in der Bundesverwaltung wird eine Herausforderung sein, schreibt die EFK. Bei Überschneidungen mit etwa Gever oder UCC besteht das Risiko, dass die Mehrfachbelastung das Tagesgeschäft in der Bundesverwaltung stark beeinträchtigt. Um dieses Risiko zu reduzieren, sollen die betroffenen Stellen ihr Vorgehen regelmässig kontrollieren.
 
VBS-UCC-Projekt zieht Rattenschwanz nach sich
Gerade im Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) sieht die EFK Potential für Probleme. Im Rahmen des Projekts Unified Communication & Collaboration (UCC) wird die bisherige, ISDN-basierte Festnetztelefonie bei den Bundesbehörden durch eine UCC-Plattform abgelöst.
 
Bekanntlich ist das VBS ein Bremsklotz im UCC-Projekt. Der Programmabschluss wurde vom VBS mehrfach nach hinten verschoben. Das VBS möchte laut EFK das UCC-Rollout noch vor dem Start des Rollouts APS2020 abschliessen. Es könnten aber Überschneidungen entstehen, was Mehrkosten zur Folge haben hätte.
 
Systematische Tests fehlen noch
Laut Bericht müssen mit dem Wechsel auf Windows 10 rund 1000 Anwendungen getestet werden. Die Leistungserbringer, BIT und FUB, sprechen gar von insgesamt bis zu 5000 Anwendungen. Die internen Leistungserbringer sind im Wesentlichen für das Testen und die Migration und damit auch für die Kompatibilität der Fachanwendungen verantwortlich.
 
Die Tests, so die EFK, sind untereinander nicht koordiniert. Da es bei Windows 10 regelmässige Updates geben wird, kann das Testen zu einem bedeutenden Aufwand führen. Da es keine übergeordnete Testvorgaben gebe, könne keine einheitliche Qualität der Tests sichergestellt werden. Die EFK empfiehlt dem federführenden ISB deshalb geeignete Vorschläge für ein effizientes Testen, inklusive Sicherheitsmassnahmen, zu erarbeiten. Laut Stellungnahme will das ISB diese Empfehlung auch umsetzen. (kjo)