(Update) Suva findet mit Software noch mehr Missbrauchsfälle

Mit internen Datenanalysen will die Suva künftig Versicherungsbetrügern noch früher als bisher auf die Schliche kommen, hiess es kürzlich in einer Meldung des Unfallversicherers. 2016 seien so ungerechtfertigte Leistungsbezüge von rund 18 Millionen Franken – fünf Millionen Franken mehr als in den beiden Vorjahren – verhindert worden. Auf den Prüfstand kamen 949 Verdachtsfälle, das sind 375 mehr als im Vorjahr.
 
Auf Anfrage erklärt die Suva die höhere Auswertungszahl damit, dass man die Datenbestände des hauseigenen Data-Warehouses (DWH) dazu durchstöbere. Dazu gehören beispielsweise auch die Daten aus dem sogenannten Medical Expert System Sumex, das von ELCA entwickelt wurde und bis 2015 rund 30 Millionen Franken gekostet hat.
 
Lag uns in der ersten Fassung des Textes letzte Woche noch nicht vor, welche Software ausser der Rechnungsprüfungssuite Daten ins DWH einspeist, teilt die Suva heute mit, dass "das DWH seinerseits die Daten von Syrius (Kreditor) bezieht, von Sumex, dem Partnersystem (SAP) und dem Rentensystem". Für das DWH stehe Oracle und für die Statistik SAS im Einsatz.
 
Wahrscheinlich ist, dass in diesem Jahr noch mehr Missbrauchsfälle aufgedeckt werden können, weil die Suva seit Anfang Jahr ein weiteres inhouse entwickeltes Big-Data-Tool zur Erkennung von Verletzungsmustern, also Abweichungen vom üblichen Fallverlauf, im Einsatz hat. Auch zu diesem Tool trug Elca Fraud-Protection und Big-Data-Komponenten bei. (vri)