TIW hat Simultanübersetzungs-App Drotr lanciert

Die seit Ende 2016 auch in der Schweiz aktive TIW Gruppe (Technology Improves the World) mit den derzeit zwei Firmen Drotr und United Help, hat heute die im März angekündigte Simultanübersetzungs-App "Droid Translator" Drotr offiziell vorgestellt. Eugen von Rubinberg, Chief Investment Officer von TIW und nach eigenen Aussagen im Besitz von 50 Prozent der Gruppe, erläuterte im Telefonat mit inside-it.ch die Hintergründe, die die App möglich gemacht haben. Vorab hat er Drotr aber kurz erklärt.
 
Es handelt sich um ein Messenger-Tool wie WhatsApp, das allerdings über eine Übersetzungsfunktion verfügt. Übersetzt werden aktuell 104 Sprachen, von denen 44 ausser Textnachrichten auch gesprochene Sprache dolmetschen. Verfügbar sind zwar schon 20 spanische Dialekte, doch aufgrund des relativ kleinen Marktes noch keine Dialekte der Schweiz, sagte von Rubinberg. Genutzt wird zwar die Basisübersetzung von Google, die unter Opensource frei verfügbar ist, doch liefere man dazu wichtige Zusätze, wie von Rubinberg ausführt. Konkret nennt er drei Beispiel, die bisher allein Drotr biete: Telefonie mit Videoübertragung und integrierter Übersetzung, Konferenz-Calls mit Life-Übersetzung und den SMS-Versand mit Übersetzungsfunktion, bei der nur einer der beiden Nutzer die App installiert haben muss.
 
In einer Mitteilung wird erklärt, dass der Messenger für Android und iOS weltweit gratis downloadbar ist und erlaubt, mit jemandem zum Beispiel Deutsch zu sprechen und die Drotr-App schreibe dann dem Empfänger in Echtzeit eine Übersetzung auf Englisch. Ab und zu erwischt die App zwar noch das falsche Wort, aber das soll demnächst besser werden. Nach und nach wird die Software weiterentwickelt und verbessert und um immer mehr Sprachen in naher Zukunft ergänzt, wie es weiter heisst. Die Gründer um Drotr-Erfinder und -CEO Alexander Konovalov sehen die Entwicklung der App folglich auch noch nicht als beendet an.
 
Jetzt geht es darum Geld zu verdienen
Einen Prototyp habe man bereits 2013 fertig gestellt und sei seit 2014 mit einer Betaversion live, wenn auch ohne jedes Marketing, erklärt von Rubinberg die Geschichte von Drotr. So habe wohl vor allem aufgrund von Mund zu Mund Propaganda schon "einigen 100'000 User" die App im Einsatz, sagt von Rubinberg. In den letzten drei Jahren habe man die Weiterentwicklung vorangetrieben, so dass nun ein ausgereiftes Produkt vorliege. Inzwischen habe TIW rund 70 Mitarbeiter. 50 von ihnen, vorwiegend Entwickler, würden in Kiew und Prag arbeiten, während am Firmenhauptsitz in Cham 20 Mitarbeiter in den Bereichen Business Development, Marketing, Vertrieb und Administration tätig sind.
 
Das Geld für die Weiterentwicklung stamme hauptsächlich aus dem Verkauf von Firmenbeteiligungen in Deutschland und der Schweiz vor sieben Jahren, fügt er an. Weitere hinter TIW beziehungsweise Drotr stehende Investoren will von Rubinberg derzeit nicht nennen. Er betont aber, dass die Finanzierung noch für ein bis zwei Jahre gesichert sei.
 
Das ist insofern wichtig, weil Drotr frei verfügbar ist, also ohne Abos und auch ohne Werbung auskommt. Wie dereinst konkret Geld verdient wird, bleibt aktuell noch unklar. Das Geschäftsmodell stehe zwar, werde aber noch nicht kommuniziert, so von Rubinberg. Klar ist allerdings jetzt schon, dass in den kommende drei Jahren rund 50 Millionen Nutzer nötig sind. Insgesamt sollen die TIW-Firmen innerhalb der nächsten fünf Jahren sogar geschätzte mehr als 100 Millionen User ausweisen, so von Rubinberg und Konovalov am heutigen Launchtermin. (vri)