Die Novitäten der Google I/O

Die gestern Abend unter freien Himmel eröffnete Entwicklermesse von Google brachte Licht in die zuvor schon brodelnde Gerüchteküche. So sind nun diverse Novitäten rund um das laut Google aktuell von rund zwei Milliarden aktiven Nutzer eingesetzte Betriebssystem Android, von Google Assistant und den VR-Lösungen (Virtual Reality) präsentiert worden.
 
Auch wenn bisher noch nicht klar ist, wie das O von dem kommenden mobilen Betriebssystem Android künftig ausgeschrieben zu lesen ist, ist doch jetzt die Preview-Variante um eine allgemein zugängliche Beta-Version von Android O ergänzt worden. Neu wird die Vorabversion wie etwa von 'Heise' detailliert wurde, Bild im Bild unterstützen, um zum Beispiel ein Video oder ein Videochat in einem verkleinerten Bereich weiterlaufen zu lassen, während User eine andere App nutzen: "Überhaupt können mehrere Fenster und mehrere Bildschirme mit unterschiedlichen Inhalten gleichzeitig gerendert und genutzt werden", heisst es in dem Bericht.
 
Weiter kann mit Android O für Bildschirme mit einem erweiterten Farbraum sowie 16-bit-PNG-Bilder programmiert werden, der Geräteemulator hat nun auch einen Play Store und unterstützt OpenGL ES 3.0. Weiter wird eine Ausbau bei der Unterstützung für Medieninhalte mit Digital Restriction Management (DRM) versprochen, optimiertes Buffering beim Streaming und eine intelligentere Markierung von Textinhalten.
 
Vereinfachung für App-Varianten
Dann wird von 'Heise' noch darauf hingewiesen, das neu jedes Userkonto und jede installierte App sich mit einer eigenen Android-ID ausweist, um das Nachverfolgen zu erschweren. Wobei aber die Werbe-ID für alle Apps eines Accounts auf einem Gerät gleichbleibt. Zudem sollen das Verlinken von Google-Accounts mit Konten von Drittanbietern wie die Bezahlvorgänge vereinfacht worden sein. In Vorbereitung sei auch ein neues App-Verzeichnis, das eine Einordnung in Kategorien erlaubt und ermöglicht, eine App unverbindlich auszuprobieren.
 
Ausserdem richtet Google ein Verzeichnis aller Android-Geräte ein, damit Entwickler einfacher App-Varianten für verschiedene Modelle entwickeln und auch den Erfolg ihrer Apps auf einzelnen Modellen ermitteln können: Also wie schnell die Software auf bestimmten Endgeräten läuft, wie oft sie abstürzt oder die Anzahl der Installationen und durchschnittliche Nutzerbewertungen sowie erzielte Umsätze.
 
Schliesslich sei noch darauf hingewiesen, dass Android O neben Java neu auch die Programmiersprache Kotlin offiziell unterstützt und mehr Komfort beim Kopieren in die Zwischenablage verspricht.
 
Googles Helfershelfer
Neue Funktionen versprach man an der Hausmesse für Google Assistant. So soll Google Home, der Pendant etwa zu Amazons Echo-Lautsprecher, über den grossen Teich schwappen und die mit ihm verknüpfte Assitant-Software dann auch Deutsch und einige andere Sprachen verstehen. Zudem soll die Assistenzsoftware wie bei Amazon nicht nur in Google-eigenen Geräten sondern auch für iOS-basierte eingesetzt werden. Heute schon sei Assistant für 100 Millionen Geräten verfügbar. Zudem lernt der Sprachassistent durch den Rückgriff auf die hauseigene Lens-Technologie Sehen.
 
Über die Smartphone-Kamera soll etwa ein Gebäude so analysiert werden können, dass zum Beispiel bei Restaurants der Assistant Bewertungen, Öffnungszeiten und weitere spezifische Infos liefert. Der Assistant soll aber auch Transaktionen ermöglichen, also Essen von einem Restaurant bestellen können. Dazu kann man sowohl die Speisenkarte abrufen, die Lieferadresse durchgeben als auch die Bezahlung über den digitalen Helfer abgewickelt.
 
Interessant ist übrigens, dass der Lautsprecher Google Home künftig kostenlose Telefonate ermöglichen soll. Unterstützt werden soll zudem der direkte Zugriff auf diverse Streaming-Services wie SoundCloud oder Deezer. Und künftig gibts für Google Home ein Display, auf dem dann beispielsweise Terminkalender und Karten abgerufen werden können.
 
VR-Welten
Als dritter Bereich, der offensichtlich aktuell im Fokus von Google steht, sei hier noch auf das autonome funktionierende VR-Headset verwiesen, das ebenfalls an der I/O gezeigt wurde. Hier wie auch im Assistant und bei Google Lens frönt man dem Slogan AI-First (künstliche Intelligenz zuerst). Sie ist unter anderem bei einem neuen Service im Einsatz, der das Zusammenzustellen von Fotoalben erleichtern soll, die dann bei Google als Buch bestellt werden können.

Interessant ist der KI-Rückgriff aber bei den mit Lenovo und HTC als Partner für die Hardware angekündigten VR-Headsets. Es funktioniere auf Snapdragon-835-Basis, würde aber standalone laufen, also anders als beispielsweise Cardboard oder Daydream ohne Smartphone und anders als die Vive-Brille von HTC ohne PC-Anschluss nutzbar sein. Die Sensoren der Brille scannen gleichsam die Umgebung des Nutzers, um ihm dann ein möglichst realistisches VR-Erlebnis zu vermitteln. Bei Google nennt man die dahinterstehende Technik WorldSense. (vri)