HPE vor weiterer Sparrunde

Hewlett Packard Enterprise schrumpft auch nach der Abspaltung des Service-Geschäfts. Wenige Lichtblicke.
 
Das Service-Geschäft ist Hewlett Packard Enterprise los: Anfang April wechselten rund 110'000 Mitarbeitende von Hewlett Packard Enterprise zum neu gegründeten IT-Service-Monster DXC Technology. DXC Technology ist das Produkt der Fusion von CSC und HPEs Service-Arm. Auch das Software-Geschäft des US-Technologie-Konzerns wird bekanntlich verkauft, was aus HPE einen reinen Infrastruktur-Anbieter machen wird.
 
Doch auch das Server- und Storage-Business von HPE läuft nicht gut, wie man aus den neuesten Quartalszahlen entnehmen kann. HPE setzte in den drei Monaten bis Ende April total 9,9 Milliarden Dollar um. Zieht man den Service-Umsatz ab, so betrug der Umsatz noch 7,4 Milliarden Dollar, 13 Prozent weniger als vor einem Jahr. Der Schrumpfkurs ist gemäss dem kalifornischen Hersteller aber auf Sonderfaktoren zurückzuführen. Ohne Währungseffekte und das offenbar schwierige Geschäft mit Servern für "Tier-1 Provider" wäre das Business um ein Prozent gewachsen, schreibt HPE. Mit "Tier-1 Provider" ist sehr wahrscheinlich Microsoft gemeint. HPE beliefert Microsoft mit Servern für die riesigen Cloud-Infrastrukturen.
 
HPEs Server-Geschäft schrumpfte um 14 Prozent auf noch 2,99 Milliarden Dollar, das Storage-Business um 13 Prozent und das Geschäft mit Netzwerkkomponenten um 30 Prozent. Es gibt aber auch Lichtblicke, die der Hersteller natürlich besonders hervorhebt: Der Umsatz mit All-Flash-Speicher stieg um 33 Prozent, das Business mit Drahtlos-Geräten von Aruba um 32 Prozent und im High-Performance-Computing-Business legte HPE um 20 Prozent zu.
 
Unter dem Strich konstatierte HPE einen Verlust von 612 Millionen Dollar. Ohne Sondereffekt hätte ein Gewinn von 400 Millionen herausgeschaut, versichert der Konzern.
 
Whitman will weitere Einsparungen
Noch unterzieht sich HPE im laufenden Jahr einer Restrukturierung, die dieses Jahr 700 Millionen Dollar kosten soll. Und schon kündigt HPE-Chefin Whitman weitere Kostensenkungen von rund 200 bis 300 Millionen Dollar (pro Jahr) an. Als kleinere Firma werde es leichter sein, Prozesse zu vereinfachen und zu verbessern, sagte Whitman bei der Präsentation der Quartalszahlen.
 
HPE hinterfragt das Business mit der Microsoft Cloud
Ausserdem will man einen Blick auf das Geschäft mit "Tier-1 Providern", also der Belieferung von Cloud-Anbietern mit Servern, werfen. Das Business schrumpft offensichtlich enorm rasch und ist erst noch verlustreich.
 
HPE beliefert vor allem Microsoft mit Servern für die gigantischen Cloud-Rechenzentren, in denen Office 365 und Azure betrieben werden. "Wir denken wirklich hart über die künftige Strategie im "Tier-1" Markt, sagte Whitman gemäss einem Bericht der US-Online-Ausgabe von 'Computer Reseller News'. (hc)